„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

(...den Nordamerikanischen Cree-Indianern zugeschrieben)


Ist Philosophie heute noch zeitgemäß?

Manchen mag es wundern, dass in der Zeit des "Alles ist Möglich"-Denkens jemand der Meinung ist, Philosophie wäre im Hintergrund einer therapeutischen Einrichtung erforderlich. Möglicherweise nicht, wenn man sich auf Biochemie, Pharmakologie und Medizintechnik reduziert. Sehr wohl jedoch immer, wenn man mit Menschen ganz persönlich arbeitet.

Hier steht nichts Biomechanistisches im Vordergrund. Es erfolgt individuelle, sogar tagesaktuell situationsgebundene Arbeit. Nicht vorwiegend über das gesprochene Wort, das oft sehr theoretisch "virtuell" bleibt, sondern über Integration eines oder mehrerer Tiere bzw. Tierspezies in den Behandlungsprozess. Das Tier ist dabei weder "die Therapie" noch "der Therapeut" - wie das völlig überholte TGT-Erklärungsmodelle noch immer behaupten - sondern sozialer Trainingspartner, Katalysator oder auch Indikator im Sinne eines "Seelenstethoskops".  

Therapeut und Tier bilden ein integratives Team. Diese Partner müssen einander sehr gut kennen, um einen maximalen Erfolg zu ermöglichen, ähnlich wie im Teamsport oder in sehr gut abgestimmten Operationsteams. Dazu müssen Therapeut und Tiere den Alltag teilen. Der Therapeut ist somit zusätzlich "Therapiebauer" und Tiercoach. Nur, wer seine Tiere selbst ausbildet und sie persönlich pflegt, kennt sie ausreichend, um erfolgreich zu arbeiten. Diese Fähigkeiten werden durch entsprechende Verhaltensstudien laufend verfeinert. Sie erfordern eine besondere Nähe und ein hohes Maß an nonverbaler Kommunikation. Die Medizin spielt in der mTGT sicher ein wichtige Rolle, stellt aber nur eine Seite der Medaille dar. Die andere ist professioneller und therapiegerechter Umgang mit den eingesetzten Tieren. Obligat ist die regelmäßige Supervision des Therapeuten.

Dabei dient das Tier dem Therapeuten als Hilfsmittel, kann das aber nur tun, wenn auch der Therapeut seinen Tieren explizit dient. Der Therapeut ist in jeder Weise für das Wohlergehen und Wohlbefinden seiner Tiere verantwortlich, für das er gewissenhaft und mit allen Kräften sorgt. Sein Dienen am Tier und das Akzeptieren des Tieres als gleichwertiges, gleichrangiges Lebewesen derselben Schöpfung - ganz so wie es die indigenen Völker heute noch verstehen oder auch unsere Vorfahren verstanden haben - sind dabei grundlegende Voraussetzungen.

Unabdingbare Grundlagen sind Demut und Respekt vor jedem anderen Lebewesen - scheinbar gesund, krank oder mit scheinbarem Handicap. Demut wird allerdings nicht einmal erlangt und dann behalten, sondern ist ständiges geistiges Ringen. Das Studium der "Regeln des Benedikt" hat sich dabei als sehr sinnvoll erwiesen. Jene Dinge, die dieser Mann vor mittlerweile 1500 Jahren über den Begriff Demut geschrieben hat, haben nichts an Wertigkeit und Gültigkeit verloren. Sie sind in ihrer Vollform zwar kaum umsetzbar, aber ein Ziel, nach dem zu streben, sich lohnt.

Demut, Bescheidenheit und Einfachheit sind daher Säulen, auf denen der "Brigindohof" ruht. Demut nicht nur vor den Geschöpfen, sondern ebenso vor der Natur durch naturnahe Lebensweise unter nachhaltiger Wahrung der Ressourcen.

Das gilt sowohl für unseren Garten, in dem in vielfältiger Weise Gemüse und Kräuter gezogen werden als auch für die Art wie der "Brigindohof" restauriert wurde. Es kamen nur Naturmaterialien zum Einsatz. Altes Holz wird - so wiederverwendbar - immer an den Enden "gesund geschnitten"  oder zumindest als Heizmaterial genutzt. Baum oder Strauchschnitt mit einem Walzenhäcksler zerkleinert und als Wegstreu genutzt. Steine aus dem Boden lassen sich wunderbar als Fassaden-Dekoration verwenden. Dasselbe galt für die Ziegel, die bei der Renovierung anfielen. Alte Nägel wurden herausgezogen und dem Altmetall zugeführt. Selbst mit den Kernen der Zwetschken lässt sich ein wunderbarer Schnaps mit Amarettogeschmack ansetzen. So gut wie nichts bleibt ungenützt.

Eine klare Absage an jeden Konsumtotalitarismus. Deshalb das Zitat am Beginn dieser Seite. Der irrwitzige Konsumwahn hat vielfach fatale Folgen, die getrost als Mit-Wegbereiter psychischer Überlastungsstörungen bezeichnet werden dürfen.

Mit Fantasie und etwas handwerklichem Geschick (ohne das geht es auf einem solchen Hof nicht) lassen sich etwa die Gussteile alter Nähmaschinen zu Tischen, Blumenrankgittern oder in Gartentüren verbauen. Alte Pfosten-Bretter werden zu Tischplatten oder Regalen, ein altes Nudelbrett zum Terasssentisch. Identes gilt für die Einrichtung. Im Wohnbereich gibt es de facto nur restaurierte "alte" Möbel - mehrheitlich selbst überarbeitet. Alle Badezimmermöbel sind aus hochwertigem Holz selbst gezimmert. Nur Mineralfarben und Holz kamen an den Wänden zum Einsatz.

Demut vor der Natur und dem, was andere vor uns geschaffen haben, ist hier eine sehr bewusste Lebensform.

Das setzte sich nahtlos in der Therapie fort, denn viele Menschen sind vom Wettlauf um die materielle Selbstbestätigung schwer erschöpft. Geld ist keineswegs unangenehm. Wenn man allerdings die Kunst der Konsumverweigerung beherrscht, ist es nicht nur deutlich mehr wert, sondern finanzielle Fragen belasten weniger. Das bringt Lebensqualität zurück,  Zeit für sich selbst und widerspricht erfolgreich der scheinbaren Notwendigkeit, sich armselig über materiellen Erfolg definieren zu müssen, was letztlich nur aushöhlt und krank macht.

Persönliche Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, die Fähigkeit, Schönes aktiv wahrzunehmen, demütige Lebensfreude und tieferes Verständnis für das Einfache oder Ursprüngliche sind nur eine Auswahl an "philosophischen" Botschaften, die im Gesundungsprozess eine weit wesentlichere Rolle spielen, als bislang verstanden wird.

Und schon für so manchen war die Erstbegegnung mit dem "Brigindohof" und seiner salutogenetischen Ausstrahlung nicht nur ein kreatives "Aha-Erlebnis", sondern Beginn des persönliche Aufbruchs in diese Richtung.

Denn Demut setzt sich fort im Umgang mit den Betroffenen. Sie sind nicht krank und wir gesund, nicht unten und wir oben, sondern sie durchlaufen eben eine besondere Lebenssituation, die nach bestem Wissen und Gewissen hilfreich begleitet werden soll, um Heilung oder zumindest Linderung zu erarbeiten.

Man kann für diesen therapeutischen Ansatz tatsächlich - wenn auch sehr selten - verlacht und gedemütigt werden. Menschen, die das tun, sind bemitleidenswerte Ahnungslose, die eben nicht begriffen haben. Ebenso wie jene, die eine klar medizinisch ausgerichtete Therapie mit Energethik-Hokuspokus oder Ähnlichem verwechseln.


BRIGINDOHOF - DER NAME - DIE GESCHICHTE - EIN LITERARISCHER AUSFLUG

Immer wieder kommt die Frage nach der Namensgebung des Therapiehofes - die geht auf die keltische Göttinnenfigur Brigindo zurück, die unter vielen ähnliche Namen verehrt und schließlich zur christlichen Brigitta wurde. Sie war zuständig für Schaffenskunst, Heilkunst, Kriegskunst und den Schutz der Druiden - also der Heiler....

Letztlich ist es eine Verneigung vor dem Wissen unserer keltischen Vorfahren, die schon der Donau (Muttergöttin Danu / lat. danubius fluvius...)  oder dem Kamp (gewundenes Wasser) ihren Namen gaben.

Hier eine Zusammenfassung von Interpretationen verschiedener Autoren zu diesem Thema.


Brigid

Brigit, Brigantia, Brigid - Urmutter und katholische Heilige. Brigit war eine Verkörperung der dreifachen keltischen Muttergöttin. Sie und ihre beiden Schwestern, die ebenfalls Brigit hießen, waren die Göttinnen so unterschiedlicher Bereiche wie der Heilkunde, der Kriegskunst, der Landwirtschaft und der Dichtkunst.

Darüber hinaus war sie Prophetin und Schutzherrin der Druiden. In Kildare (Irland) brannte Brigit zu Ehren ein ewiges Feuer, das von Priesterinnen gehütet wurde.

Da es der römischen Kirche nicht gelang, den Kult um Brigit auszurotten, erklärte man sie kurzerhand zur katholischen Heiligen St. Brigid. Das Kloster ihres Ordens wurde vor allem wegen seiner Wunderheilungen und der Fruchtbarkeitsmagie bekannt.

Brigid (britische Kelten: Brigantia; Bretagne: Brigandu) war ursprünglich eine keltische Göttin. Bei der walisischen Cerridwen handelt es sich um die gleiche Göttin. Ihr Aufgabenfeld war umfassend: Feuer und Wasser (und damit Schutzherrin des Schmiedehandwerks), Obergöttin, Poesie, Heilung. Ihr Festtag war Lichtmess/Imbolc. Die Eigenschaften von Brigid wurden später der katholischen Heiligen Brigida von Kildare zugeschrieben. Der moderne Vorname Brigitte leitet sich von Brigid ab.

Brigid

- die große Göttin Irlands Die keltische Göttin Brigid, aus der die Christen eine mittelalterliche Heilige machten, hat sich in Irland bis heute ihre Beliebtheit erhalten. Sie ist eine interessante Figur, da sie sowohl im heidnischen als auch im christlichen Umfeld große Bedeutung und Verehrung erfuhr und noch erfährt. Sie scheint eine archetypische Gestalt zu sein, die über Jahrtausende hinweg die Menschen in Westeuropa begleitete.

In Irland war sie unter dem Namen Brigid oder Brigit bekannt, bei der keltischen Bevölkerung Englands als Brigantia, in der Bretagne hieß sie Brigandu. Wenig bekannt ist, dass der walisische Name Cerridwen (in neuheidnischen Kreisen sehr beliebt als "die mit dem Kessel") die gleiche mythologische Gestalt bezeichnet. In ganz England und Irland findet man (Heil)quellen, die ihren Namen tragen oder deren Heilkraft dieser Göttin zugeschrieben wird. Dies stellten schon die Römer fest, als sie nach England kamen, und sie assoziierten die einheimische Göttin mit Minerva oder der griechischen Athena. In der Mythologie Irlands und in Wales erfahren wir vieles über diese Göttin, und es lässt sich auch herausfiltern, dass sie schon in vorkeltischer Zeit in diesen Ländern verehrt wurde.

Zunächst ein kurzer Ausflug in die keltischen Sprachen: Der Name Brigid kommt wahrscheinlich von breo-saighit, was man mit "Feuerpfeil" oder "brennender Pfeil" übersetzen kann. Eine andere Vermutung ist die Ableitung von einem urkeltischen Begriff briganti, was "die Erhabene" bedeuten und sich in verschiedensten Orts- und Stammesnamen in ganz Westeuropa finden soll (Bregenz, Burgund, etc.) Es sollte jedoch klar sein, dass die Sprachwissenschaft immer auch ein gutes Stück Spekulation beinhaltet...

Brigid wird ursprünglich mit einem klaren "g" in der Mitte ausgesprochen, nicht wie im modernen Englisch mit "dsch". Die latinisierte Form des Namens ist uns bekannt als Brigitta. Im modernen Gälisch wird das mittlere "g" stumm, und man sieht oft die Schreibweise Brighid, was Brii-id ausgesprochen wird. Bis ins letzte Jahrhundert waren Patrick und Brigid die häufigsten Vornamen in Irland.

Aber wer war jene geheimnisvolle Gestalt, die als erste diesen Namen trug?

Die Göttin Brigid wird mit dem Feuer und dem Herd, aber auch Wasser, dem Kessel, der Schmiede- und Dichtkunst sowie Getreide, Tieren, Milch und dem Spinnhandwerk in Verbindung gebracht. Selbst für eine Göttin ist dies natürlich auf den ersten Blick ziemlich viel und ziemlich viel Verschiedenes. Seit der keltischen Zeit wird ihre Macht in drei Einflussbereiche eingeteilt:

  • Inspiration - hier ist sie die Göttin der Dichter und der Dichtung, der Kreativität, der Hellsichtigkeit, Weissagung und der Künste.
  • Schmiedekunst - hier wacht sie über Goldschmiede wie auch Waffenschmiede, lehrt den Gebrauch von Waffen und ist Beschützerin der Krieger.
  • Heilkunde und Fruchtbarkeit - der häusliche Herd, Medizin und Hebammen sowie neugeborene Kinder, Kräuter, das fruchtbare Land und Vieh, der Frühling und die Erde an sich stehen unter Brigids Schutz.

In diesem Zusammenhang wird sie als "Lady of the Land" oder "Brigid of the green mantle" auch als Personifikation Irlands angesehen. In Zusammenhang mit diesen drei Bereichen wird sie auch als drei Schwestern beschrieben, die alle den Namen Brigid tragen. Damit stellt sie jedoch weniger eine typische Göttin-Trinität dar, wie man sie z.B. auf dem keltischen Festland in den Matronen (junge Frau - Mutter - alte Frau) findet, sondern die Zahl Drei verdeutlicht hier ihre allumfassende schöpferische Macht. Brigid wurde als Göttin des Feuers und Wassers verehrt.  In allen ihren Einflussbereichen spielen die beiden Elemente eine wichtige - symbolische oder auch ganz praktische - Rolle.

Sie ist die Flamme der Inspiration für den Dichter und Künstler, und auch der See oder die Quelle der Gefühle oder der überlieferten Weisheit, aus der er schöpft. Bei der Weissagung wurden traditionell Feuer und/oder Wasser verwendet (z.B. wurden bestimmte Kräuter verbrannt, um in den Flammen Bilder zu sehen, oder man schaute in eine Schale mit Wasser). Dass beim Schmieden Feuer und Wasser Verwendung finden, bedarf keiner weiteren Erklärung. Der (Wasser-)Kessel auf dem Herd steht als Symbol für Nahrung, Heilung und Erschaffung alles Lebendigen.

Brigid symbolisiert also nicht nur die beiden einzelnen Elemente sondern steht insbesondere für die machtvolle Mischung aus beiden, die schöpferische Energie. Eine interessante Parallele am Rande: in der germanischen Mythologie formte zu Beginn der Welt die aus Feuer und Eis entstandene Urkuh Audhumla den ersten Riesen - auch hier wird die weibliche Schöpfungsenerige mit der ursprünglichen Vereinigung von Feuer und Wasser symbolisiert. Dadurch, dass sie an einem Knotenpunkt zwischen zwei so gegensätzlichen Naturelementen steht und beide in sich vereint, war Brigid für die Kelten eine sehr machtvolle Gestalt. Die Kelten waren allgemein fasziniert von "in-between places" - Zwischenwelten, wie z.B. Morgen- und Abenddämmerung (der keltische Tag begann mit der Abenddämmerung!) oder Jahreszeitenwechsel.

Das Fest, welches Brigid gewidmet war, fand am 1. Februar (vgl. "Maria Lichtmeß") statt und beendete den Winter (der dem Element Feuer zugeordnet war) und kennzeichnete den Beginn des Frühlings (Element Wasser). Das wichtigste Fest in der keltischen Kultur war Samhain, die Nacht zwischen den Welten, mit der das neue Jahr begann, und in der der Schleier zur Anderswelt am dünnsten war.

Küsten als Ort zwischen Meer und Land oder die Türschwelle zwischen drinnen und draußen galten als solche magischen Orte. Deswegen wurde Brigid auch "Lady of the Shores" genannt. Noch in christlicher Zeit setzte sich diese Symbolik fort, denn die heilige Brigid wurde angeblich auf einer Türschwelle geboren.

In der keltischen Mythologie wird Brigid manchmal als Tochter des Dagda bezeichnet und durch weitere "Familiengeschichten" (mal hat sie einen Sohn, mal sogar drei) in einen Götterpantheon eingefügt. Diese Geschichten sind aber unzusammenhängend und teilweise widersprüchlich, es scheint also, als hätte man nachträglich versucht, sie in ein System zu integrieren, obwohl sie älter als dieses war. Die Druiden und Barden verehrten Brigid als "Morgenlicht" (der frühe Morgen als Äquivalent zum Frühling) und in mehreren Heiligtümern brannte ihr zu Ehren eine ewige Flamme - Verkörperung der als heilig geltenden Dichtkunst. Dazu muss man wissen, dass in der keltischen Gesellschaft die "Dichter" eine besondere Stellung hatten. Sowohl in den Beschreibungen römischer Geschichtsschreiber als auch in irischen Quellen überschneiden sich teilweise die Funktionen von "Druiden", "Filidh", "Barden".

Die Aufgaben der Dichter waren jedenfalls sowohl künstlerisch als auch weltlich und natürlich sakral; in heutigen Worten wären sie Chronisten, Rechtsanwälte, Berater, Richter, Sänger, Künstler, Ärzte und Priester - gleichzeitig! Für die Druiden war Brigid auch die Göttin der Wahrheit, in ihrem Namen legte man einen Eid ab. Wie schon erwähnt, ist Cerridwen der walisische Name der Brigid, und auch hier finden sich viele Bezüge zur Dichtkunst und Lehre der Druiden. Ihr Name leitet sich von wen = weise und cerrd = "die Künste", vor allem "die Poesie" her. Cerridwen nimmt in der Mythologie und Folklore eine wichtige Rolle ein, denn sie gilt als die Mutter des Barden Talisien, der oft mit Merlin gleichgesetzt wird. Talisien ist so etwas wie der "erste Barde" und viele weise Sprüche und poetische Werke werden ihm zugeschrieben. So ist auch hier wieder die weibliche Schöpfenskraft Ursprung der Dichtkunst.

Diese Prinzip taucht in abgeschwächter Form noch über viele Jahrhunderte hinweg in der Vorstellung der Muse auf, die den Dichter zu seinen Werken inspiriert. Interessant ist ja, dass wir seit indogermanischer Zeit, seit wir schriftliche Zeugnisse über europäische Kulturen haben, die (mündliche und schriftliche) Dichtkunst, und in der weiteren Entwicklung auch die Geschichtsschreibung, die Literatur im Allgemeinen, fast ausschließlich in Männerhand zu liegen scheint (noch bis vor gar nicht so langer Zeit wurden Frauen, die Gedichte oder Bücher schrieben, belächelt, verachtet oder ignoriert), und daraus oft automatisch geschlossen wird, dass es in den Zeiten davor auch immer schon so war.

Wenn jedoch in keltischen Quellen so oft auf die ominöse "Mutter der Dichtkunst" verwiesen wird, fragt man sich, ob Frauen nicht zumindest eine gleichberechtigte Rolle auf diesem Gebiet einnahmen. Viele Vermutungen gehen ja mittlerweile dahin, dass die ersten Schriftsysteme von Frauen erfunden wurden, und zwar, um beispielsweise aufbewahrte Heilkräuter zu kennzeichnen, Rezepte und Mondkalender zu notieren, sowie Buchhaltung zu betreiben (die Haus- und Hofwirtschaft lag auch noch in den ersten patriarchalischen Kulturen ausschließlich in Frauenhänden). Als Schutzherrin der Schmiedekunst steht Brigid in der Tradition anderer machtvoller keltischer Göttinnen, wie z.B. ihrer "dunklen Schwester" Morrigan, die u.a. ebenfalls mit dem Kriegshandwerk in Verbindung steht.

Dabei fällt aber auf, dass Brigid zwar die Erfinderin der Schmiedekunst, die Lehrerin der Schwertkämpfer sowie Beschützerin der Krieger ist, jedoch nie selber mit destruktiven und todbringenden Aspekten assoziiert wird. Dafür gilt sie als Begründerin der Totenklage, da sie um ihren auf dem Schlachtfeld getöteten Sohn weinte, und die schottischen Banshees - weibliche Geister, die um die getöteten Mitglieder einer Familie klagen und heulen - verkörpern diesen Aspekt.

In allen Beschreibungen ist Brigid Schöpferin und Heilerin. Besonders kommt dies in ihrer Verbindung mit Kräutern und Heilpflanzen zum Ausdruck (speziell werden Eberesche, Klee, Mohn und Veilchen als "ihre" Pflanzen bezeichnet). Wenn sie im Frühling über die Erde wandelt, so sagt man in Schottland, wächst das Grün in ihren Fußspuren, und die Schlangen kriechen aus ihren Löchern. Kessel und Schlangen sind übrigens weltweit in den verschiedensten Kulturen Symbole der schöpferischen und heilenden Göttinnen. Der Kessel als ein Ursymbol des Weiblichen ist seit jeher ein Kultgerät der weisen Frauen, Heilerinnen und Hebammen, und steht im übertragenen Sinne für die Leben schaffende und nährende Gebärmutter der Frau bzw. auch der Erde. Die Schlange wurde ursprünglich wegen ihres Häutungsprozesses als Symbol der Wiedergeburt, der ewigen Lebens betrachtet.

Brigid als Frühlingsgöttin erweckt das Feuer des Lebens, welches den Winter über unter der Erde geschlafen hat, und sie lässt die Milch der Kühe und Schafe fließen. So ist sie nicht nur die Göttin von Feuer und Wasser, sondern auch der fruchtbaren Erde. In dieser allumfassenden Schutzfunktion über das Lebendige hat sie eine Verwandte auch in der skandinavisch-germanischen Freyja, die unter ihren vielfältigen Einflussbereichen ebenfalls mit dem Gedeihen von Pflanzen, mit Quellen, Flüssen und Brunnen, mit den Weissagungen und der Heilkunde der Seidr-Frauen in Verbindung steht.

Brigid als die größte und bekannteste Göttin Irlands ist die Erde und das Land an sich, welches die Menschen nährt. Die Verehrung der lebendigen Erde als wichtigstem Bezugspunkt menschlicher Lebens- und Gedankenwelt reicht weit in vorkeltische Zeiten zurück, und Anzeichen dafür finden sich auf den britischen Inseln wie auch in Kontinentaleuropa z.B. in den großen Megalithbauwerken. Auch das Wasser, was aus der Erde kommt, wurde in den keltischen Kulturen Westeuropas intensiv verehrt. Viele irische und schottische Volksbräuche in Zusammenhang mit Quellen zeigen bis heute Spuren der Verehrung dieser alten Göttin. So bringt es Glück, am Brigids-Tag Münzen oder Ringe ins Wasser zu werfen, und oft werden Tücher in den umliegenden Bäumen festgebunden. Dies gilt zum einen als Schmuck des Ortes, zum anderen verspricht es Heilung, wenn ein kranker Mensch einen Stofffetzen von seiner Kleidung dort aufhängt. (Wobei moderne Nylonstoffe und Kunstfasern wohl eher das Gegenteil für die Natur versprechen.) Brigid wird in insbesondere mit Thermalquellen in Verbindung gebracht, hier vereint sie wieder ihre beiden Elemente Feuer und Wasser.


Das Fest der Göttin

Am 31. Januar und 1. Februar wird in keltischer Tradition das Fest der Brigid (Am fheill Bride) gefeiert, welches in auch Imbolc oder Oimelc heißt. Imbolc bedeutet wahrscheinlich "im Bauch" und Oimelc (vgl. melken!)  hat mit "Milch" zu tun. Zu dieser Zeit beginnt nämlich die Milch der trächtigen Kühe und Schafe zu fließen, bevor sie im März ihre Jungen gebären. Es war also für die Bauern ein Zeichen, dass der Frühling naht und dass seine Tiere gesund und fruchtbar sind. Im übertragenen Sinne regte sich um diese Zeit auch im "Bauch" der Erde neues Leben, welches bald zu sprießen beginnt. Imbolc oder Brigid war also ein wichtiger Tag für die Bauern, ein Zeichen des endenden Winters, des schmelzenden Schnees. Dieser Tag ist im Volksglauben gut geeignet für Wettervorhersagen. Allerdings muss man diese "verkehrt herum" deuten: Wenn die Sonne scheint, gibt es einen kalten Sommer, wenn es regnet, einen guten. 

An den keltischen Festen Beltane und Samhain, die das Jahr in eine Sommer- und eine Winterhälfte teilen, glaubte man, dass der "Schleier zwischen den Welten" am dünnsten sei, das heißt, man kann viele Dinge vorhersehen. Imbolc liegt nun aber genau zwischen diesen beiden Festen, dort ist die Sicht also am schlechtesten. Dementsprechend soll man Vorhersagen nicht trauen, bzw. das Gegenteil annehmen. Traditionell hielt man in dieser Zeit des Jahres Ausschau nach Igeln oder Schlangen, die aus ihren Löchern kriechen, dies ist ein Zeichen dafür, dass der Winter endet.

Am Vorabend des Brigid-Festes wurden Kuchen oder Brot auf die Fensterbank gelegt, denn Brigid wandert in der Dämmerung über das Land und segnet es. Etwas von der ersten Milch des Jahres wurde als Dank an Brigid auf der Türschwelle (!) ausgekippt. Aus Stroh werden Brigid's crosses oder Brigid's wheels geflochten. Diese haben ursprünglich drei Arme (Triskele), werden aber seit dem christlichen Einfluss auch mit vier Armen hergestellt. Sie werden im Stall oder über der Haustür aufgehängt, um Schutz und Glück zu erbitten.

An Imbolc verkörpert Brigid die Beschützerin des zu Mittwinter neugeborenen Lebens - daher auch ihre Verbindung zu Hebammen und Babies. Auf den schottischen und irischen Inseln werden bis heute rowan crosses (Eberesche) über die Wiege gehängt, und Brigid um Schutz für das Kind gebeten. Im Westen Schottlands und auf den Hebriden kleiden Frauen am Brigid-Abend eine Strohpuppe als Frauenfigur ein und legen sie in einen geflochtenen Korb (Brigid's bed). Dann laden sie mit den Worten "Fáilte leat a Bhríd" Brigid ins Haus ein. Ein anderer Brauch ist, am Brigid-Abend einen Holzscheit aus Ebereschenholz ins Feuer zu legen, und am nächsten Morgen nach Anzeichen für den Segen Brigids zu schauen, die sich als Abdrücke in Form von Gänse- oder Schwanenfußspuren darstellen.

Als Feuergöttin symbolisiert Brigid natürlich auch die wiederkehrende Sonne. Ihr zu Ehren werden am Brigid-Abend brennende Kerzen ins Fenster gestellt, die über Nacht stehen bleiben. Traditionell werden zum Ende des Winters Kerzen selber hergestellt, denn man hatte den Winter über das Tierfett dafür gesammelt.

Auch wurde das übriggebliebene Grünzeug vom Julfest (Mistelzweige, etc.) nun verbrannt. Überhaupt ist Imbolc eine gute Gelegeheit, sich auch mental vom Winter zu verabschieden, einen gründlichen Vorfrühjahrsputz zu veranstalten, und neue Pläne nun in Angriff zu nehmen. Das christliche Fest Lichtmess zeigt viele Bezüge zu den heidnischen Bräuchen, wenngleich es vordergründig den Tag bezeichnet, an dem Maria (40 Tage nach der Geburt ihres Kindes) wieder "rein" wurde. Mal ganz abgesehen von dieser patriarchalischen Perversion begann z.b. bei den Römern Anfang Februar das Fest der Nonen, mit dem der Frühling und das neue Jahr begrüßt wurde. Dies wurde genutzt, um nicht nur im wörtlichen sinne sondern auch im übertragenen Sinne sich zu reinigen und neue Pläne anzugehen. Auch das Wort Februar kommt vom lateinischen Begriff für "Reinigung".

In Nordeuropa war Imbolc aufgrund der klimatischen Verhältnisse immer schon ein Fest, welches die Familie im Haus zusammen feierte, weniger eine große öffentliche Feier wie z.B. Sommer- oder Erntefeste. Auch aufgrund von Brigids Beziehung zum Herdfeuer wurde es als häusliches Fest angesehen.


Die christliche Brigid

In vielen überlieferten Bräuchen, die mit "heiligen" Plätzen oder auch dem Brigids-Tag (Lichtmess / Imbolc) zu tun haben, sind die Grenzen zwischen der alten keltischen Göttin und der christlichen Heiligen völlig unklar und verwischt. Manche christlichen Quellen verneinen, verschweigen oder deuten nur vage an, dass ihre mittelalterliche Heilige Brigid etwas mit einer alten Göttingestalt zu tun haben könnte, aber gleichzeitig zeigen ihre Beschreibungen und Legenden viele Aspekte und Symbole, die in einer direkten Verbindung zur Göttin stehen. Aufgeklärte Christen inkl. Klerus haben mit dieser Exegese heute keine Probleme mehr.

So bietet es sich an, einen kurzen Blick auf die "christliche Brigid" zu werfen. In der englischsprachigen Welt ist die irische Heilige wenig bekannt, da fast alle ursprüglichen Quellen über sie in gälischer Sprache geschrieben sind, die lange unterdrückt war. Oft wurde sie deshalb mit St. Brigitta aus Schweden verwechselt. Die historischen Fakten über die Heilige Brigid sind rar, und es wird deshalb vermutet, dass sie niemals wirklich lebte, sondern heidnische und christliche Legenden und Folklore aus dem frühchristlichen Irland sich vermischten. Sie wurde auch vor einigen Jahrzehnten aus der offiziellen Heiligenliste des Vatikans gestrichen. Nichtsdestotrotz erfreut sie sich in Irland großer Verehrung als Nationalheilige.

Die Heilige Brigid wurde der Legende nach um 450 n. Chr. in der Nähe von Kildare geboren, und starb um 525. Sie war die Tochter eines heidnischen Stammesführers und einer christlichen Sklavin, und wurde als Kind an einen Druiden verkauft. Einige Legenden erwähnen Prophezeiungen oder mysteriöse Ereignisse während ihrer Geburt (siehe auch oben: die Geburt auf der Türschwelle). Angeblich waren ihre ersten Worte, die sie als Kind sprach "This land will be mine." Als junges Mädchen kam sie wieder zu ihrem Vater und verschenkte dessen Reichtum an die Armen. Sie arbeitete in der Küche, wo sie mit Milch und Butter zu tun hatte, und diese oft auf wundersame Weise vermehrte. Sie kam in Kontakt mit christlichen Würdenträgern, die großen Respekt vor ihr hatten, und wurde angeblich von dem Missionar Patrick getauft. Sie wurde Nonne und gründete in Kildare ihr eigenes Kloster.

Laut einer Legende bat sie einen Fürsten um Land für dieses Kloster, und bekam von ihm die spöttische Antwort, alles Land, was sie mit ihrem Mantel bedecken könnte, dürfe sie haben. Daraufhin ging sie zu dem gewünschten Ort und breitete ihren Mantel auf magische Weise über all das Land, welches sie haben wollte. Diese christliche Wundergeschichte, ebenso wie der angebliche erste Ausspruch von ihr, zeigt doch starke Bezüge zur "Brigid of the green mantle", die das Land beschützt und besitzt, sie IST das Land.

Die christlichen Beschreibungen zeigen Brigid als weise, überzeugend, glücklich, liebevoll, großzügig, in einer starken individuellen Beziehung zu Gott stehend, und auch tierliebend. Sie kann mit Tieren sprechen und hat eine geradezu magische Verbindung zu ihnen. Insbesondere wird sie mit Kühen und Vögeln (Gänsen) dargestellt, oder auch mit einer leuchtenden Lampe oder Fackel oder als Heilerin.

Von der Äbtissin Brigid wird berichtet, dass sie des öfteren Regeln und Gesetze außer acht ließ, wenn es gegen ihr Verständnis von Gerechtigkeit verstieß.

Ihr Kloster war ein Zentrum des Lernens und der Künste und sie wird als Mystikerin und Mittlerin zwischen Heiden und Christen beschrieben. Sie wurde als große Autorität geachtet, und hatte den Rang eines Bischofs inne, der ihr angeblich "direkt von Gott", also nicht durch die kirchliche Hierarchie, verliehen worden war.

Dies ist historisch eigentlich nicht möglich. Im frühchristlichen Irland war jedoch zunächst das Diözesensystem der römischen Kirche (Bischöfe) unbekannt.

Klöster bildeten die Zentren des christlichen Lebens, diese waren relativ autonom und sehr stark von der jeweiligen Einstellung ihrer Äbte geprägt (welche durchaus auch Frauen im Bischofsrang sein konnten!). Oft tauchen noch Verbindungen zum druidischen Umfeld auf. Auch Brigids Kloster Kildare ("Kil-Daire" = Kirche der Eiche) soll aus einem Druiden-Heiligtum gegründet worden sein. Andererseits wird berichtet, 19 Priesterinnen hätten hier das Feuer der Brigid gehütet. Bei den Kelten war die 19 die Zahl des "Großjahres", weil jeweils nach 19 Jahren wieder der Neumond mit der Wintersonnenwende zusammenfällt. Kildare war angeblich zunächst ein Frauenkloster, wurde aber im 12. Jahrhundert einem männlichen Abt unterstellt. Dabei wurde auch das Feuer der Brigid gelöscht.

Die Heilige Brigid ist die Schutzheilige von Irland, Dichtern, Milchmädchen, Schmieden, Heilern, Vieh, Flüchtlingen, Hebammen und Neugeborenen.

Außer in Irland wird sie noch im Elsaß, Flandern, Portugal und in einigen Teilen, insbesondere von Bauern, verehrt. dies weist auf ihre einstige Verbreitung im westkeltischen Raum hin. In Irland wurde sie gälische oder keltische Maria genannt ("Muire na Gael"), denn ihre Bedeutung und Beliebtheit beim Volk übertraf sogar die der christlichen Maria. So wurde sie in den Legenden zur Hebamme oder Ziehmutter von Jesus ("Muime Chriosd"). Viele Segenssprüche erwähnen Brigid, man erflehte sich von ihr vor allem den Schutz gegen den "dreifachen Tod" durch Verbrennen, Ertrinken und Erstechen - auch hier wieder eine der vielen Referenzen auf die alte Göttin des Feuers, des Wassers und der geschmiedeten Waffen.


Brigid / Berecyntia / Brigantia / „Die hohe Königin“, „Die Strahlende“ „Leuchtender Braut / Brid / Brighid (Eriu) / "glühender Pfeil“ Schutzpatronin der Schmiede, Ärzte und Dichter.

Brigantis / Breo Saighead Tochter Dagdas, Gattin des Bres. Ihr ist das Imbolc-Fest geweiht. Man verband sie mit Wasser, Krieg, Heilen, Fruchtbarkeit. Sie stand Frauen in den Wehen bei. Oft erschien sie als Ersatz für ihre Mutter Anu (Dana). Brigid verkörpert eine der Gestalt der großen Muttergöttin Dana. Brigid war so hochverehrt, daß die Christen nicht anders konnten als aus ihr eine christliche Heilige zu machen, die heilige Brigitte. Sie ist die Schutzpatronin des Handwerks und der Ärzte und Dichter. Brigid besitzt als „Sonnenfrau“ auch ein Aspekt als Schützerin der Kriegerklasse und vereinigt in ihrer Person so alle Klassen der keltischen Gesellschaft. Die Gestalt der Brigid läßt sich noch in vielen anderen Göttinnen erkennen, z. B. in Boinn, Eithne, Etaine, Bobdh, Morrigane, Macha, Rhiannon, Epona Britannia Römisch-keltische (britische) Göttin. Schutzpatronin und Namensgeberin Britanniens

Brigid ist der weißen Jungfrauaspekt - Aspekt der Göttin, der im Frühling zu spüren ist.

Brighid Bride (vgl engl für Braut) und Cailleach Die zwei Gesichter der Brighid Noch heute ist St. Brighid eine der beliebtesten und meist verehrtesten Heiligen der Celtic Church und auch in vielen traditionellen Gebeten und Segen findet man Bitten um den Schutz der "Lady of the Isles". Allerdings war jene Dame auch schon sehr populär, als der neue Glaube diese Küsten noch gar nicht erreicht hatte. Brighid oder auch Bride ist vor allem eine der ältesten celtischen Gottheiten, die das Schicksal vieler anderer heidnischer Götter teilte und von der christlichen Kirche quasi adoptiert wurde. Der name Brighid kommt ursprünglich vom gälisch-celtischen Wort "Breo-Saighit" und das bedeutet soviel wie "glühende-" oder auch "scharfe Pfeilspitze". Sie ist die Göttin der Künste und damit die Schutzgöttin für die Dichter, Handwerker und Musikanten, sie ist die Heilerin der Kranken und Verwundeten und sie ist auch die Göttin, die ihre Hand schützend über alle neugeborenen Kinder hält.

Bei den Frauen auf den westschottischen Inseln ist es noch heute Brauch, über die Wiege eines Neugeborenen einen kleinen Vers mit einem Segensspruch oder einem Gebet zu hängen, um so die Bride um den Schutz des neuen Lebens zu bitten. Bride wird auch die "moon-crowned Brighid of the undying flame", die mondgekrönte Brighid der unsterblichen Flamme, genannt, denn sie ist die ewige Flamme, die im Atem und in den Herzen von allen Frauen brennt. Bride verkörpert aber auch die Flamme der Inspiration und ist damit das weibliche Prinzip des Ildanach, der Counterpart zu Lugh Lamhfada.

Im Frühling zieht Bride mit ihrer weißen Zauberrute, der "barrag Bride", über das Land und bringt die Wärme, den "Atem des Lebens". Sie ist die Herrscherin über die helle Jahreshälfte. Wen wundert es da, daß der Aspekt des jungen, schönen Mädchens, der Lichtbringerin, die das Land auf den Frühling vorbereitet, die christliche Kirche im 5. Jh. dazu verleitete, die heidnische Göttin in ihren neuen Heiligenkult um die irische St. Brighid of Kildare aufzunehmen. Das mochte ja für die damaligen Verhältnisse sehr bequem gewesen sein, aber es ist eben nur das halbe Bild. Bride ist nicht nur "Brighid boidheach", Brighid die Schöne, sie ist nicht umsonst auch die "Dame von der Küste", die zwischen Meer und Land, zwischen den Elementen wandelt, denn sie ist die Göttin mit den zwei Gesichtern.

Das eine jung und strahlend, das andere bläulich und alt, mit scharfen Runzeln durchzogen. Das ist das Gesicht der Cailleach bheure. Jedes Jahr an Samhain beginnt mit dem Nahen des Winters auch die Herrschaft der Cailleach, denn ihr gehört die dunkle Hälfte des Jahres.

Bride legt ihre Zauberrute unter einen Holunderbusch, wäscht ihren Plaid im Coire Bhreacan, einem Becken aus Jura und wird zur Cailleach bheure. Cailleach bedeutet im modernen Gälisch "alte Frau", doch im ursprünglichen Sinne leitet sich das Wort von "caille, veil, veiled one" ab, was soviel wie "die Verschleierte" bedeutet. Beur heißt scharf oder schneidend, aber auch Stein oder Felsen, wohl ein Hinweis auf den alten Mythos, nachdem die Cailleach als einäugige Riesin von Berg zu Berg springt, eine weiße Zauberrute schwingt und so den Frost über das Land schickt.

Diese Rute, die slachdan, gibt der Cailleach die Macht über das Wetter und die Elemente. Sie ist ähnlich der Rute der Bride, aber sie kann nur Sturm und Zerstörung bringen. Die Cailleach, auf manchen Inseln nennt man sie gelegentlich auch Gruagach, ist die Hexe des Winters und auch eine Zauberin und Gestaltwandlerin. So kann sie die Gestalt eines Hasen, eines Reihers, einer Möwe oder einer Katze (vgl. Katze als Hexentier) annehmen.

In der Legende von "Morc Na Maighe" begegnen wir ihr sogar als Stute. Dort ist sie Morc, von der es heißt, sie sei schnell wie das Licht und wie der giftige Winterwind, aber auch sehr häßlich von Gestalt mit zotteliger Mähne. Oft wird sie auch als Hüterin einer Herde von Rindern dargestellt und wie die Morrigan besitzt auch sie eine Kuh, die ungeheure Mengen Milch geben kann.

Eine weitere Legende erzählt, daß sie manchmal bei Lochaber eine Herde von Hirschen hütet, die sie dann im Glen Nevis melken würde. Auch sonst schützt sie die wilden Tiere der Highlands und so manches Wild ist wohl schon den durch die Heide streifenden Jägern entkommen, weil die Cailleach es mit einem Zauber belegte. Doch auch unerbittlich kann die Cailleach sein, ist sie doch die Herrin über die Winde des Faoilleach, des Wolfsmonats (Januar/Februar), und des Gearran (Februar/März).

Auf den Hebriden, wo Januar und Februar die frostigsten Monate mit den eisigsten Winden sind, gibt man den Stürmen der Cailleach nicht umsonst namen wie gobag, biter, sguabag oder sweeper, was immer etwas mit beißend, scharf oder schneidend zu tun hat.

Dennoch ist es andererseits auch die Cailleach, die die Schlange, das celtische Symbol für den Erdgeist und die Naturkräfte des Wachstums, des Zerfalls und der Erneuerung, aus dem Winterschlaf weckt und so selbst das Ende ihrer Herrschaft herbeiruft. Noch heute sagt man im Gälischen vom März, er habe einen "ceann nathrach´s earball peucaig", einen Schlangenkopf und einen Pfauenschwanz. Es ist die Zeit, wo die Cailleach ihren grünen Plaid überwirft und wieder zur sanften Lady des Lächelns wird, zur Bride. So wandelt sie sich Jahr für Jahr aufs neue. Sie steht eben zwischen den Elementen, zwischen den Welten, ist weder das eine, noch das andere und vereinigt dennoch beides, das ist eben ihr Mysterium.

Cailleach/Epona Ihr Name bedeutet Pferdegöttin oder göttliche Stute. Folglich Göttin der Pferde. In Österreich wurde Epona besonders verehrt. Grund: die österreichischen Kelten waren berühmte Pferdezüchter (die Rasse der Noriker geht auf diese antike Züchtung zurück). Keltische Kavalleristen im Dienste der Römer verbreiteten den Kult, dann auch im römischen Imperium. Zu guter Letzt war Epona die einzige Gottheit der ‚Nördlichen Barbaren’, die auch von den Römern verehrt wurde. Reiter und Züchter riefen sie nach Inschriften und Weiherreliefs, mehr oder weniger als Schützerin der Pferde im allgemeinen und der, der Fohlen im Besonderen an. Doch Epona ist auch Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums. Gerade durch die Verbindung zum Pferd, das seit jeher als Totemtier und Krafttier schamanischer Fähigkeiten heilig ist, ist sie eine Göttin der Anderswelt und Führerin ins Jenseits und zur Wiedergeburt.

In der irischen Mythologie, Brigit oder Brighid ("erhöhte ein"), war die Tochter des Dagda und einer des Tuatha Dé Danann. Sie war die Frau von Bres des Fomorians, mit der sie einen Sohn, Ruadán hatte. Sie hatte zwei Schwestern, auch genannt Brighid, und wird als eine klassische keltische Dreifache Göttin betrachtet. Sie wird in Lebor Gabála Érenn als eine Tochter des Dagda und ein Dichter erkannt. Derselbe Durchgang erwähnt, dass sie zwei Ochsen, Fe und Männer hat, dass das Streifen auf einer Ebene nach ihnen, Femen nannte. Sie besaß auch den "König von Ebern", Halsring Triath, und Cirb, König von Hammeln (Schafe), von denen Mag Cirb genannt wird. Als die Tochter von Dagda ist sie auch die Hälfte der Schwester von Cermait, Aengus, Midir und Bodb Derg.
 
In Cath Maige Tuireadh erfindet Bríg (sic) wehklagend, indem er um ihren Sohn Ruadán trauert, nachdem er ermordet ist, indem er um den Fomorians kämpft. Sie wird in demselben Durchgang mit der Erfindung einer für das Nachtreisen verwendeten Pfeife geglaubt. In ihrer englischen Übersetzung des irischen Mythos betete Dame Augusta Gregory (Götter und Kämpfer, 1904), beschreibt Brigit als "eine Frau der Dichtung, und Dichter, sie an, weil ihr Schwanken sehr groß und sehr edel war. Und sie war eine Frau der Heilung zusammen damit, und eine Frau der Arbeit des Schmieds, und es war sie machte zuerst die Pfeife, um denjenigen zu einem anderen im Laufe der Nacht zu nennen. Und eine Seite ihres Gesichtes war hässlich, aber die andere Seite war sehr attraktiv. Und die Bedeutung ihres Namens war Breo-saighit, ein glühender Pfeil."

Brighid wurde mit Kühen, heiligen Flammen wie derjenige vereinigt, die von 19 Nonnen an ihrem Heiligtum in Kildare, Irland aufrechterhalten wurde. Die Tradition von weiblichen Priesterinnen, die heilige, natürlich vorkommende "ewige Flammen" wahren, ist eine Eigenschaft der alten indogermanischen vorchristlichen Spiritualität. Andere Beispiele schließen die römische Göttin Vesta, und anderen Herd-Göttinnen wie Hestia ein. Ihre heilige Flamme an Kildare wurde durch Giraldus Cambrensis und andere Chronisten gesagt, um durch eine Hecke umgeben worden zu sein, die kein Mann durchqueren konnte. Wie man sagte, waren Männer, die versuchten, die Hecke zu durchqueren, verflucht worden, um wahnsinnig zu werden, zu sterben, und/oder ihr "niedrigeres Bein" zu haben. Brighid wurde auch mit heiligen Bohrlöchern, an Kildare und vielen anderen Seiten in den keltischen Ländern verbunden.

Als eine der populärsten Göttinnen, die von den keltischen Völkern einschließlich der Druiden angebetet sind, überleben viele ihrer Geschichten und im Charakter von Saint Brigid. Sie ist die Göttin aller Dinge von relativ hohen Dimensionen wie hoch steigende Flammen, Hochländer, Ringwälle und Hochlandsgebiete zu sein; und Tätigkeiten und Staaten konzipiert ebenso psychologisch hoch und erhoben, wie Verstand, Vorzüglichkeit, Vollkommenheit, hohe Intelligenz, poetische Eloquenz, fachmännische Arbeit (besonders Schmiedekunst), druidische Kenntnisse und Sachkenntnis im Krieg. In den lebenden Traditionen ist sie größtenteils mit dem Haus und Herd vereinigt und ein Liebling sowohl von Heiden als auch von Christen.

BRIGID

  • Göttin des Himmel,
  • des Feuers und Wassers
  • der Kreativität und der Künste
  • der Dicht- und Schmiedekunst
  • der Heiulung, Hellsichtigkeit und der Weissagung

 
Die keltische Göttin hat in vielen Gestalten und Namen überlebt: Brighid, Brigit, Brigid, Bhride, Bride, Briga, Briganda, als Heilige Brigitte im Christentum, als Brigantia im Angelsächsischen, als Bride in Schottland, als Brigandu in der keltischen Bretagne.

Ihr Name weist auf ihre Verbindung zum Feuer hin: Brigid (sprich: "Brigid", nicht wie im heutigen Englisch "Bridschit") kommt wahrscheinlich von breo-saighit oder breo-agit, was leuchtender Pfeil oder brennender Pfeil bedeutet. In Brigid steckt auch bright (das englische Wort für strahlend, hell). Der Name Briganda wiederum bedeutet die Erhabene und in ganz England und Irland findet man Stätten und/oder Quellen, die ihren Namen tragen oder deren Heilkraft ihr zugeschrieben wird.

Dabei handelt es sich teilweise sogar um christliche Kapellen. Doch die Göttin war nicht nur im keltischen Irland zuhause! Viele Orte in Mitteleuropa erinnern noch heute an ihren Namen: die Birgitzer Alm mit dem Birgitzköpfl in Tirol, die Brigitta-Kirche im 20.Wiener Gemeindebezirk, die Hauptstadt Vorarlbergs: Bregenz; Burgund... Brigid war die mächtigste und beliebteste Göttin Irlands. Die Christen konnten sie nicht vertreiben und so machten sie kurzerhand eine mittelalterliche Heilige aus ihr („Die heilige Maria der Iren"). Sie übernahmen den alten Feiertag für Brigid, der als Frühlingsanfang gefeiert wurde, und nannte ihn nun Mariä Lichtmess.

Das ökumenische Heiligenlexikon erzählt uns folgende Legende: Brigitte von Irland wurde um das Jahr 451 geboren. Ihr Vater stammte aus adligem Geschlecht, ihre Mutter war eine Leibeigene. Patrick höchstpersönlich habe sie getauft. Brigida zeichnete sich durch ihre Schönheit aus, weigerte sich aber, zu heiraten. Schließlich gestattete man dem frommen Mädchen im Alter von 14 Jahren, das Elternhaus zu verlassen und Nonne zu werden. Sie gründete das Kloster Kildare.

Kildare kommt aus dem Irischen Cill Dara, was Eichenkirche bedeutet. Dort lebte sie als Äbtissin bis zu ihrem Tode am 1. Februar 523. Spätere Legenden berichten davon, dass sie Haustiere geheilt habe, sie galt als Schutzheilige des Geflügels, der Kühe und des Viehs, der Kinder und Wöchnerinnen, gegen Unglück und Verfolgung. Sie gilt noch heute als die Nationalheilige Irlands. Doch die katholische Heilige Brigitta von Kildare hat es nie gegeben - diese ist nur Pseudonym für die alte keltische Muttergöttin. Das keltische Imbolc-Fest ist der Brigid gewidmet: heilige Feuer werden entfacht, denn das Symbol der dreifaltigen Brigid (es heißt, dass sie noch zwei Schwestern hat, die ebenfalls den Namen Brigid tragen) ist das Feuer.

Die Göttin Brigid ist zuständig für die Poesie, für die Schmiedekunst, für Inspiration und Heilung. Sie wacht über Goldschmiede wie auch Waffenschmiede, lehrt den Gebrauch von Waffen und ist Beschützerin der Krieger. Weiters stehen der häusliche Herd und die Heilkunst, der Frühling und die Erde unter Brigids Schutz. Sie ist die Göttin mit dem berühmten Kessel, der als Symbol für Nahrung, Heilung und Erschaffung alles Lebendigen steht und aus dem sie alles schöpft, was eine braucht. In Kildare ist Brigids heiliger Schrein, wo ein Feuer wurde von neunzehn jungen Frauen bewacht wurde. Und so kann Brigid mit einem Feuer oder durch einen Kessel gerufen werden.
 

Brigidh - Licht, Kerzen
 
Ritual an Imbolc: Kerzen werden in die Erde gesteckt Blume: Schneeglöckchen (vgl. Engl. = Candle-mess-bell) Baum: Eberesche Drache (nach keltischer Vorstellung befand sich in der Eberesche der Drache) erweckt, wenn man Inspiration braucht. Steht auch für Heilung und Heilkraft. Wird meist zart und elfenhaft als Lichtgestalt dargestellt. Steht auch für Herd- und Schmiedefeuer! Tiere: Schwan (Raben fliegen um die Zeit von Imbolc weg = die dunklen Aspekte verabschieden sich) Der Mantel eines Barden musste aus Schwanenfedern sein.

Die Eberesche war heilig, durfte nur zu heiligen Zwecken verbrannt werden. = Flüsterbaum (man kann die Geheimnisse der Zeit erfahren) Ebereschenrinde = Glücksbringer. Getrocknete Beeren wurden ins Haus gehängt (auch ’Brighid’’ oder ’’Brig’’, schottisch ’’Bride’’) ist der Name einer irisch-schottischen Sagengestalt, die auf eine keltische Göttin zurückgeht. Brigid gilt in der Sage "die zweite Schlacht von Moyture" als Tochter des Dagda und Gattin des Bress, von dem sie Mutter des Ruadan ist.

Sie galt als Personifkation der Dichtkunst und Beschützerin der Poeten. Sie wurde in dreifacher Gestalt gedacht, weshalb manchmal von den „drei Brigits“ die Rede ist. Die Ebene Brega wurde nach ihr benannt. Ihr zu Ehren wurde in Irland das Fest Imbolc gefeiert, das später mit Lichtmess zusammenfiel. Manche Autoren nehmen an, dass die Heilige Brigida von Kildare nicht existiert habe und eine Umwandlung (Euhemerisierung) der keltischen Göttin in eine christliche Heilige sei. Allerdings gibt es auch eine Wissenschaftlerin (Lisa M. Bitel, University of Kansas), die annimmt, dass die Göttin Brigid erfunden wurde, um Brigida von Kildare als heidnisch/nichtexistent zu denunzieren und Patrick von Irland damit eine starke Konkurrentin vom Halse zu schaffen.

Imbolc, das von der Nacht vom 1. Februar auf den 2. Februar gefeiert wurde, war ein altes irisches Frühlingsfest. Es war ein Fest der Herden und der Fruchtbarkeit, wird jedoch, da es genau zwischen Wintersonnwende und Frühjahrs-Tagundnachtgleiche bei einer Sonnen-Deklination von 16 Grad liegt, auch für ein altes astrologisches Fest gehalten. Die Lichterprozessionen und Kräuterweihe zu Maria Lichtmess gehen wohl ursprünglich auf altes Volksbrauchtum zurück. Der Name Brigits wird als „Die Helle“, „Die Strahlende“ oder auch „Die Streiterin“ gedeutet und geht auf eine altkeltische Göttin namens Brigantia oder Brigindo zurück. Mit ihr verwandt ist auch die germanische Perchta und vielleicht die walisische Ceridwen. Einige Autoren spekulieren auch über eine Identifikation Brigits mit Dana oder Anu. Brigantia war die Stammesgottheit der keltischen Briganten und wurde vielleicht von diesen nach Irland gebracht, wo sie mit einheimischen Vorstellungen verschmolz.