Das sagt die weltberühmte Medizinzeitung "Lancet"(download der Originalmeldung)

Antidepressiva sind bei Kindern und Jugendlichen nahezu wirkungslos und hoch nebenwirkungsbelastet! (Dennoch steigen die Verordnungen in Österreich laufend!)


Zunächst das Allerwichtigste ....

 .... den meisten Kindern kann geholfen werden!


Laut Österr. Ges. f. Ki/Ju-Psychiatrie sind 20% der KI/JU psychisch auffällig und 10% behandlungswürdig. Achtung! Mit Behandlung sind in der österreichischen Praxis mehrheitlich Tabletten gemeint. Die anderen 10% nicht ärztlich zu begutachten (nicht durch Psychologen) und ohne nicht-medikamentöse Behandlung zu lassen kann sträflicher Leichtsinn sein. Hinter mancher "entwicklungsbedingten Verhaltensstörung" verbirgt sich eine beginnende schizoaffektive Erkrankung oder eine Autismus-Spektrum-Störung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Nicht begutachten heißt übersehen, Übersehen heißt späte Diagnose und das wiederum Tabletten - möglicherweise lebenslang.

Soziotherapien wie die mTGT sind in nahezu idealer Weise geeignet, mit Verhaltensstörungen umzugehen. Ihr besonderer Vorteil: sie ermöglicht ALS EINZIGE METHODE interaktives, soziokognitives Lernen mit einem realen Sozialpartner.

Im Juni 2016 warnte die medizinische Fachzeitung "Lancet in einer weltweiten Aussendung davor, dass Antidepressiva bei Kindern/Jugendlichen nahezu ausnahmslos kaum wirksam sind.

Obwohl es zumindest in den Indikationen Angst - Depression & Trauma wissenschaftlich längst als gesichert gilt, dass nicht-medikamentöse Therapien den Medikamenten überlegen sind, werden noch immer primär Medikamente verordnet und nicht-mediaklemntöse Maßnahmen von den Kassen nicht übernommen. Das führt konsequenterweise zu längeren und schwereren Krankheitsverläufen.

Die obige Statistik ist nur beispielhaft (Grafikquelle: cchr.at). Besonders tragisch - Wir wissen nicht, welche Langzeit-Konsequenzen die Anwendung psychoaktiver Substanzen in einem heranreifenden Gehirn hat. Daher muss insbesondere die extreme Steigerung der Verordnungen bei den 0-14jährigen als alarmierend eingestuft werden.

Die primäre Behandlung bei Kindern mit Psychopharmaka hat keinerlei validen wissenschaftlichen Hintergrund! Wenig geduldige KollegInnen bezeichnen dieses Fehl-Verhalten bereits als KRIMINELL.

Es entspricht einem Versagen des Krankenversicherungssystems, das die erforderlichen Therapien schlichtweg verweigert und auf vordergründig kostenschonende Tablettenverfütterung ausweicht (alle diese Substanzen sind als Nachbaupräparate verfügbar). Dazu kommt, dass darauf gedrungen wird, Originärpräparate wo geht, ungefragt zu ersetzen. WARNUNG - Das hat Folgen, denn es kann sein, dass zwar die "Wirkstoffmenge" identisch ist, aber aufgrund einer anderen pharmazeutischen Zubereitung (Tablettenüberzug etc) dennoch Unterschiede in der Verträglichkeit auftreten.

Ein weiteres Versagen des Gesundheitssystems besteht darin, Kinder/Jugendliche in "Kliniken" zu behandeln. Mit wenigen Ausnahmen exakt der falsche Ort, um wieder gesund zu werden. "Borderliner" etwa erleben das wie ein Ausbildungslager, in dem sie sich wechselseitig "schulen", neue Methoden der Selbstverletzung erproben etc. Diese unverantwortlichen Klinikaufenthalte dauern bis zu 2 Jahre, entkoppeln von jeder Realität, zerstören die künftige Lebensfähigkeit und sind ein veritabler Garant für lebenslange Krankheit.     

Unten finden Sie mehr Information zu häufigen Belastungsbildern, aber vermutlich wollen Sie einfach sofort wissen, wo die MTGT denn helfen kann?

In folgenden Bereichen haben wir praktische & positive Erfahrungen mit der MTGT, was dezidiert Kinder und junge Menschen betrifft.

  • AD(H)S
  • BIP - Bipolare Störung
  • Borderline(ähnliche) Störung
  • ASS (Autismus Spektrum Syndrom)
  • Depressive Verstimmung/Depression
  • Emotionale Durchbruchsstörung ("Wutanfälle")
  • Schizophrener Formenkreis
  • Traumaverdacht/PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)
  • u.a.

Entscheidend bei der mTGT ist aber, dass nicht "Krankheitsbilder" nach "Schema-F" behandelt werden, sondern wir uns mit dem persönlichen, individuellen Beschwerdebild intensivst auseinandersetzen.

Es kann aber auch sein, dass Sie das Gefühl haben, Ihr Kind hat nichts von all dem und benötigt dennoch Hilfe. Falls jeder Krankheitsbezug fehlt, kommt TAPCO zur Anwendung - siehe dort.

Ihr Gefühl trügt Sie sehr wahrscheinlich nicht - Sie sind lediglich besonders feinfühlig.

So gibt es etwa Aufmerksamkeitsstörungen, die gar nichts mit einem ADHS zu tun haben. Oder Formen von Traurigkeit, die keineswegs einer Depression entsprechen und Vieles mehr.

Manchmal sind es die Verhaltensweisen der Erwachsenen, die zu vermeintlichen Störungsbildern führen. Ein häufiges Beispiel ist das "Scheidungskind" - Alle Erwachsenen haben ein schlechtes Gewissen - Mutti, Vati, Grosseltern.  Als Ergebnis wir das "Arme, arme Kind" verwöhnt, alles wird abgenommen, da es doch so leidet an dieser Scheidung. Es wird so lange behandelt als wäre es krank bis es schließlich tatsächlich ungesundes Verhaltensmuster zeigt. Hier ist es oft sinnvoll, beiden zu helfen - dem/der/den Erwachsenen UND dem Kind. In vielen Fällen - bis 3 Therapieeinheiten - sind damit keine zusätzlichen Mehrkosten verbunden.

Natürlich gibt es eine erhebliche Zahl von Verhaltensauffälligkeiten, die keinen dezidierten Krankheiswert haben. Zumindest im Moment nicht, aber sich zu ausgewachsenen Störungen weiterentwickeln können, wenn nicht rechtzeitig interveniert wird.

Es gilt wie immer in der Medizin - Je später behandelt wird, desto schwieriger oder länger UND je später behandelt wird, desto eher müssen Sie damit rechnen, dass man ohne Psychopharmaka nicht auskommt. Und Österreich gehört zu den Ländern, in denen nicht nur rasch, sondern auch gleich mehrere Pychopharmaka gleichzeitig verordnet werden.


Alles keine Seltenheit ...

Laut Österr. Gesellschaft für Kinder / Jugendpsychiatrie sind 20,6% dieser Zielgruppe psychisch auffällig - 9,6% behandlungswürdig.

Grundsätzlich bieten Kinder allerdings eine große Chance. Sie haben im Idelafall Erwachsene um sich, die sich um sie kümmern und sorgen. Während es recht schwer sein dürfte, einen Menschen mit frühem Burnout zu einer Therapie zu bekommen, ist das bei den Kids erheblich leichter und funktioniert auch noch bei Jugendlichen.

Ein enormer Vorteil der mTGT - hier sieht nichts nach Therapie aus. Die Praxis wirkt wie eine Wohnung. Genau genommen ist sie ein voll ausgestattetes Appartement. Es wurde höchstes Augenmerk darauf gelegt, dass sich die Menschen - ob groß oder klein - willkommen fühlen.

Es ist schwer zu definieren, was der oben erwähnte Terminus "psychisch auffällig" eigentlich sagen will.

Auch die Hintergründe sind nicht immer klar. Es gibt einige gute Möglichkeiten, mit denen man ein Kind problemlos "auffällig" machen kann: 
  • Man sorgt für keinerlei Struktur im Tagesablauf
  • Man sorgt dafür, dass es keine regelmäßigen Essenszeiten gibt
  • Man überlässt das Kind weitgehend sich selbst und nennt das "Eigenverantwortung"
  • Es gibt keinerlei Grenzen, die Orientierung erlauben, oder Spielregeln, die alle einhalten müssen
  • Man spricht möglichst wenig mit dem Kind
  • Anordnungen fehlt jede Erklärung
  • Man berührt es möglichst wenig oder viel zu viel
  • Man erlaubt grenzenloses TV, Internet sowie idealerweise Playstation rund um die Uhr
  • Handy und Tablet sind immer mit dabei wie die besten Freunde
  • Es gibt kein Zu-Bett-Geh-Ritual
  • Das Kind kann schlafen gehen, wann es eben Lust hat
  • Lassen sie sich überraschend scheiden, ohne das Kind einzuweihen!
  • Sorgen Sie insbesondere bei Buben für totale Isolation vom Vater
  • Vermeiden Sie insbesondere bei Buben jede Art männliches Leitmodell
  • Lassen Kinder möglichst wenig Bewegung machen
  • Vermeiden Sie unnötige Aufenthalte im Freien
  • Bestätigen sie dem Kind hohe Intelligenz, obwohl es kaum Lesen oder Schreiben kann
  • Langeweile in der Schule beweist diese überdurchschnittlichen Intelligenz
  • Loben sie nie oder alles
  • ....................

Diese Liste lässt sich beachtlich fortsetzen. Wenn sie ein wenig Berücksichtigung findet, bestehen gute Chancen, einen kleinen Tyrannen heranwachsen zu lassen, der bereits mit fünf der Mutter das Leben zur Hölle macht und keine Regeln akzeptiert. Oder einen "gelernten Versager". Später wird er dann vielleicht jede Leistung in der Schule ablehnen und der Welt erklären, er wäre ein Halbgenie, weil er einen PC aufsetzen könnte (was das Betriebsprogramm ja bekanntlich selbst tut). Noch viel später wird er vielleicht beginnen, tagsüber zu schlafen, um den widerlichen Anderen nicht mehr begegnen zu müssen. Soziophopbie ist schick und der Inhalt "asozialer Plattformen". Er könnte dann noch die Schule abbrechen - idealerweise 3 Woche vor der Matura. Der Höhepunkt könnte darin liegen, dass er dann grundsätzlich kaum noch isst, nur mehr nachts lebt und verlangt, dass er jeden Tag eine neue (nicht frisch gewaschene Unterhose) bekommt . . .

Bis dahin hat er gelernt, dass er nun "echt krank" ist und delegiert absolut jede Verantwortung für sein Leben an andere. denn die sind schuld, einfach an allem.

Eine andere Variante wäre, dass sie bei zwei Kindern eines zu ihrem persönlichen Star und das andere zum Looser erklären - am besten jahrelang. Bewerten Sie alles, was der Held macht als großartig - grundsätzlich. Machen Sie dem Looser klar, dass er machen kann, was er will, ohne je Ihre Anerkennung zu bekommen. Reagieren Sie auch nicht, wenn der seiner Trauer damit Ausdruck verleiht, in einem Zimmer mit schwarzen Möbeln, Vorhängen sowie Bettzeug lebt und nur mehr schwarze Kleidung trägt - Ist ja nur eine Pubertätsmarotte . . . . .

Er wird zu einem Menschen, der andere fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Er wird eines Tages die weitgehende Isolation wählen (und damit gute Chancen auf Wahn im Alter). Sein Sohn wird über ihn sagen: "Mein Vater ist ein 43jährigen  Greis, der nichts mehr unternimmt!"

Handelt es sich um ein Mädchen, dann könnte es bei Berücksichtigung obiger Liste eine Eßstörung entwicklen oder so orientierungslos werden, dass es sich selbst nicht mehr spürt und zu reden aufhört. Dann gehen Sie am Besten zu einer Beratung, die Ihnen einen Gruselroman erzählt von Trauma und Depression, Psychotherapie inklusive. Dann wird erfolglos über ein halbes Jahr therapiert, denn das bringt Geld, endend mit der Empfehlung nun doch endlich zu den Psychopharmaka zu greifen.

All dies beschriebenen Geschichten gibt es wirklich. Sie sind vermengt und haben hier natürlich keinen Namen. Und noch etwas fällt auf. Die Mehrzahl der Proponenten sind männlich. Diese Buben haben etwas gemeinsam. Der Vater ist nicht da - entweder durch Scheidung ohne erforderliches Besuchsprogramm oder weil er Leistung zu seinem Lebenskonzept gemacht hat und nun von Erfolg zu Erfolg taumelt - seine Familie hinter sich lassend, die er dafür mit Unmengen Geldes versorgt.

Dennoch - sehr lange Zeit sind diese Kinder medizinisch nicht krank, denn Kinder ertragen eine Menge und sind unfassbar regenerierungsfähig im Vergleich zu Erwachsenen.

Gerade deshalb wäre es sehr schlau, diese Kinder rechtzeitig in eine gute Therapie zu bringen, ehe man ohne Medikamente nicht mehr auskommt. Das gilt für jedes Kind, das in irgend einer Weise "verhaltensgestört" wirkt. Buben sollten dabei eher nicht von Frauen therapiert werden, denn das ist Teil des Problems - Mutter zu Hause, Frauen im Kindergarten, Frauen in der Schule .... das ist ein Faktum und wer das als sexistisch, frauenfeindlich oder sonstwie tendenziös interpretiert, will es eben so lesen. 

Darüber hinaus können Kinder natürlich echte krankheitswertige Störungen haben - wie Erwachsene auch. Die Diagnose von Trauma und Depression sind sehr schwierig, solange ein Kind nicht in der Lage ist, ausreichend differenziert zu kommunizieren. Stille Kinder für gestört zu halten, ist ein Fehldenken aus dem letzten Jahrhundert. Natürlich gibt es naturgegeben stille Kinder. Das ist keine Krankheit. Ebenbso gibt es auch lebhafte Kinder. Damit kommen wir zum ersten echten Krankheitsbild.


AD(H)S

Eigene Publikationen zu AD(H)S bzw. den Link dazu finden Sie unter Wissenschaft. Beachten Sie auch die entsprechenden Kapitel in den Büchern "Kindern helfen ohne Medikamente" sowie "mTGT - Rasche Hilfe bei Angst, Depression, Burnout & Co"

Aufgrund der sehr unbefriedigenden Situation in Österreich, die erschreckend wenig Rücksicht auf den multimodalen Zugang der korrekten ADHS-Therapie Rücksicht nimmt und sich damit im Wesentlichen auf die pharmakologische Achse - somit eigentlich ein Kunstfehler - beschränkt, steht hier ein offizielles, medizinisches Konsensus-Statement zum Download zur Verfügung, das unter der Leitung der Österreichischen ADHS-Expertin Ass. Prof.in Dr.in Brigitte Hackenberg 2012 erarbeitet wurde, mit der AIAATR-Institutsleiter Dr. Schuhmayer 2011 als Co-Autor international zu diesem Thema publiziert hat.

Österreich wurde im November 2012 von der WHO und im Frühjahr 2013 von der EU offiziell international angemahnt, mit der Verordnung hochwirksamer Medikamente deutlich zurückhaltender zu sein. Ohne jeden Erfolg!

Die Diagnose AD(H)S sollte nur von dafür ausgebildeten Kinder- & Jugendpsychiatern gestellt werden, da sie im Einzelfall den Einsatz hoch-psychoaktiver Medikamente erfordert, die in anderen Fällen jedoch nicht nötig sind. Weiters gibt es häufig Überschneidungen mit anderen Störungen, die differenzialdiagnostisch unbedingt abzuklären sind.  Diese Krankheitsbilder müssen unbedingt ausgeschlossen werden, da es sich bei ADHS um eine so genannte Ausschlussdiagnose handelt - sagt der Konsensusbericht, an dem führende Ärzte und Psychologen mitgearbeitet haben.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von assoziierten Störungen und Abweichungen, die per se gezielter Intervention bedürfen. Das zu differenzieren und die medizinisch korrekten Schlüsse zu ziehen, ist alleinige und ausschließliche Kompetenz der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Wer immer sich nicht an die existierenden Standards hält, läuft Gefahr, die Gesundheit der Betroffenen - etwa durch den ungerechtfertigten Einsatz stark wirksamer Medikamente - nachhaltig zu schädigen und hat die Verantwortung dafür zu tragen.

Per 1.4.2015 ist in der prominenten Fachzeitschrift "The Lancet" gleichsam eine Warnung von Experten der Universität Cambridge erschienen, diese hoch psychoaktiven Medikamente keinesfalls an Gesunden einzusetzen. Weiters wissen wir nichts über die potentiellen Langzeitfolgen jedweder derartiger Medikation auf des heranreifende Gehirn. 

Als stark vereinfachte Faustregel kann gelten, dass der Einsatz von Medikamenten durch ausgewiesene Fachleute in der Regel deutlich später sowie auch kürzer erfolgt.

Übermäßige "Lebhaftigkeit" hat jedoch meist andere Gründe als ein AD(H)S. Das ADS, bei dem ein Kind eher ein Träumer ist als ein Quecksilber, wird hingegen kaum beachtet und erkannt. Es wäre dennoch therapiewürdig.

Zudem sollte auch die ASS (Autismus Spektrum Störung) nicht unberücksichtigt bleiben wegen symptomatischer Überlappung und Co-Morbidität.

Die therapeutische Vorgangsweise ist einfach und folgt dem Stufenprinzip:

  1. Nicht-medikamentöse Therapie
  2. zusätzlich ein Spezialpräparat (diätetisches Nahrungsmittel) mit ungesättigten Fettsäuren
  3. Zusätzlich ein stark wirksames Pharmakon - außer es ist eine so massive Störung, dass die Familie bereits Kopf steht.

Der Übergang ist fließend. Ab einer bestimmten Intensität ist das diätetische Nahrungsmittel kaum mehr hilfreich, kann aber im Einzelfall die Pharmadosis reduzieren helfen. Nicht-medikamentöse Therapie gehört überall als Grundlage dazu.

Spezielle Qualitäten der mTGT in dieser Indikation:

  • Nutzung / Steigerung des Spielverhaltens
  • Verhaltensweisen erfahren sofortiges Feedback durch das Tier
  • Spielregeln im Verhalten sind leicht erlrenbar
  • stark kommunikationsfördernd
  • Hebung der sozialen Kompetenz & des Selbstwertes
  • adaptive Verhaltensweisen werden aufgebaut/verstärkt
  • Hohe Intensität als „Stoßtherapie“ möglich / Therapieurlaub
  • Der Idealzeitpunkt für die Therapie sind die Schulferien, hier kann meist sogar das Medikament abgesetzt werden


Diese Aufstellung gilt im Wesentlichen auch für ein anderes Krankheitsbild, das wir bei Kindern finden - Die Autismus-Spektrum-Störung

=> Österreichischer ADHS-Konsensusbericht


Autismus Spektrum Syndrom

Einmal anders herum - Folgendes bietet die MTGT

  • Nutzung / Steigerung des Spielverhaltens
  • Stimuli wiederholt angeboten
  • schrittweise Erweiterung des „Schwierigkeitsgrades“
  • stark kommunikationsfördernd
  • Hebung der sozialen Kompetenz
  • adaptive Verhaltensweisen werden aufgebaut/verstärkt
  • Hohe Intensität als „Stoßtherapie“ möglich / Therapieurlaub
  • Belohnung ergibt sich aus der positiven „Rückmeldung“ des Therapietieres in der gemeinsamen Bewältigung der Aufgaben


Autismus zählt zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen und offenbart sich nicht als klar umrissenes Krankheitsbild, sondern kann sehr unterschiedliche Erscheinungsformen aufweisen.

Heute spricht man wegen der Komplexität der Krankheitsbildes eigentlich von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS), blickt man kurz zurück, ist „Autismus“ eine ursprünglich „Österreichische“ Erkrankung. Leo Kanner, geborener Österreicher, späterer preußischer Staatsbürger und ausgewanderter Begründer der Kinder/Jugendspsychiatrie in den USA beschrieb 1943 erstmals „Autistic disturbances of affective contact“, gefolgt von Hans Asperger mit „Die autistischen Psychopathen im Kindesalter“.

Alarmierend: die Zahl der Autismus-Diagnosen steigt geradezu explosionsartig und Betroffene sind ggf. länger in der Obhut der Erwachsenenpsychiatrie als in den Händen der Kinder/Jugendpsychiater.

Seit 2000 ist ein stetiger steiler Anstieg der Häufigkeit feststellbar mit einer Häufigkeit von bis zu 116/100.000, verursacht durch veränderte Diagnosekriterien, verbesserte Diagnostik und erhöhte Sensibilisierung der Pädiatrie. Aber auch das höhere elterliche Zeugungsalter und Umweltfaktoren wie die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft werden dafür mit verantwortlich gemacht.


Es  gelten folgende diagnostische Kriterien:

  • Qualitative Beeinträchtigung in der sozialen Interaktion

    • Eingeschränkter Blickkontakt

    • Wenig Mimik & Gestik

    • Wenig soziales Lächeln

    • Unangemessene soziale Annäherung

    • Unangemessene soziale Reaktionen

    • Kann nicht trösten

  • Repetitives, restriktives & stereotypes Verhalten


Kinder mit ASS orientieren sich nicht an Mimik, sondern an nicht-sozialen Kontingenzen (zB audivisuelle Synchronizität). Licht und Tonreize etwa werden aufmerksamer erlebt als soziale Signale. Sie haben als Kleinkinder durchschnittlich ein höheres Gehirnvolumen - vor allem im Frontalbereich – kombiniert mit einer metabolischen Hypo(unter)funktion. Etwa ab dem 5. Lebensjahr kehrt sich das in eine fronto-temporale Wachstumsverzögerung um.

Es kommt zu typischen Störungen der Konnektivität mit einer Herabsetzung der Verarbeitung komplexer Informationen wie etwa sozialer Vorgänge sowie einer verstärkten lokalen Detailverabeitung mit Überbetonung spezifischer Einzelheiten.

Die Heterabilität liegt bei 70-90%, wobei das genetische Risiko assoziiert ist mit subklinischer ASS-Symptomatik und dem klinisch Phänotyp der ASS. Selbst gesunde Geschwister zeigen soziale Defizite.

Das Problem für ein ASS im Erwachsenenalter besteht vor allem darin, dass es keinerlei valide klinisch Meßinstrumente gibt. In der Therapie zeigen verhaltenstherapeutische Maßnahmen die beste Effizienz. Psychopharmaka sind nur in der Behebung komorbider Störungen hilfreich – nicht aber bezüglich der Kernsymptomatik. Idealerweise würde eine konsequente Frühförderung – bereits ab dem 2-3. Lebensjahr - die besten Ergebnisse bringen.


Die Störung kann sich bereits in der Kindheit manifestieren und betrifft im Wesentlichen folgende Bereiche:

  • Soziale Beziehungen
  • Soziale Kommunikation
  • Soziales Verständnis bzw. soziale Vorstellungsfähigkeit


Was ist Autismus?

Was hinter dem Autismus steckt, ist weitgehend ungeklärt. Es wurden verschiedene Theorien entwickelt. Möglicherweise handelt es sich um die Folge einer nicht näher definierbaren Gehirndysfunktion, die auf dem Hintergrund einer genetischen Prädisposition auftritt. (Wolff 1998) Die Störung ist unabhängig von intellektuellen, sozio-ökonomische oder ethnischen Faktoren. Buben sind 4x häufiger betroffen als Mädchen. Die Häufigkeit hängt von den jeweiligen Definitionskriterien ab und wird mit bis zu 40 je 10.000 Kinder geschätzt.

Wie entsteht Autismus?

Zu den tatsächlichen Entstehungsmechanismen sind viele Theorien entwickelt worden, zahlreiche Untersuchungen wurden auf verschiedenen Ebenen durchgeführt. Da es sich um eine Entwicklungsstörung handelt, geht man von einer hirnorganischen Komponente aus und könnte damit in die Kategorie der neurologischen Störungen eingereiht werden.

Statistisch findet man in den Familien der Betroffenen gehäuft Menschen mit Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten und kognitiven Beeinträchtigungen. Andererseits weisen Betroffene zu ca. 50% so genannte „Inselbegabungen“ auf. Das heißt, sie sind auf einem bestimmten Gebiet weit überdurchschnittlich kompetent. Zusammengefasst handelt es sich um eine derzeit nicht näher definierbare Entwicklungsstörung des Gehirns von der in Österreich rund 48.500 Kinder betroffen sind (www.autistenhilfe.at)


Wie erkenne ich Autismus?

Die Diagnose erfolgt meist innerhalb der frühen Kindheit. Es fällt ein gestörtes Sprach- und Bewegungsverhalten auf. Ferner zeigt sich „Kontaktarmut“ bis hin zur sozialen Isolation und ein „Nichtverstehen und Akzeptieren“ der äußeren Einflüsse.

Im Detail zeigt sich folgendes Bild:

  1. Qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion in Form von fehlender sozialer und emotionaler Gegenseitigkeit gekennzeichnet. Das heißt, die Kinder können sich in die Gefühle anderer Menschen gleichsam nicht hineindenken und sie daher nicht nachvollziehen. Dadurch können sie das eigene kommunikative und emotionale Verhalten kann nur schwer auf die soziale Situation einstellen.
  2. Qualitative Auffälligkeiten der verbalen und non-verbalen Kommunikation
  3. Eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten.


Weitere Kriterien:

  • Eine auffällige und beeinträchtigte Entwicklung bereits vor der dritten Lebensjahr (häufig Verzögerungen der Sprachentwicklung oder Ausbleiben von Sprache)
  • Das klinische Erscheinungsbild kann nicht einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung oder einer anderen psychischen Störung zugeordnet werden. (Ausschlussdiagnose)


Wie erfolgt die Diagnose des Autismus?

Sie erfolgt durch einen Facharzt für Kinder/Jugendpsychiatrie, um das Störungsbild von ähnlichen Störungen abzugrenzen. Eine exakte Psychodiagnostik mit standartisierten Untersuchungsinstrumenten stellt im Diagnoseprozess einen wesentlichen Baustein in der ganzheitlichen Erfassung der Symptomatik und Diagnosestellung dar. Folgende andere Störungen müssen ausgeschlossen werden: Intelligenzminderung ohne Autismus, expressive, rezeptive Sprachstörungen und Landau-Kleffner–Syndrom, Deprivation, frühkindlichen Schizophrenie, Mutismus, Bindungsstörungen, Angststörungen und andere wie ADHS.


Was tun bei Autismus?

Wesentlich ist die möglichst frühe Diagnose. Die Behandlung folgt einem so genannten multimodalen Konzept. Das heißt, es stützt sich auf unterschiedliche Maßnahmen, vorwiegend verhaltenstherapeutisch-psychoedukativer Zielrichtung

Das Behandlungsspektrum umfasst verschiedene therapeutische Verfahren zur aktiven Veränderung von Verhaltensstereotypien und zum Aufbau von Kompetenzen. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Kommunikationsförderung (Sprachaufbau, Bild- und Symbolkommunikation, Gebärdensprache, etc.), der Verbesserung des Sozialverhaltens, der Spielförderung, der Wahrnehmungsförderung, der Erweiterung der Handlungskompetenzen sowie der Bearbeitung sekundärer Verhaltensprobleme.

Beispiele für derartige Therapien sind: Verhaltenstherapie, sensorische Integrationstherapie, geführte Interaktionstherapie, lernpsychologisch systemorientierte Methoden oder kreative Verfahren. Am bsten evaluiert sind edukative Ansätze wie TEACCH („Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“) oder ABA( „Applied behaviour Analysis“). Ein in Österreich noch junger Ansatz ist der Einsatz der mTGT (nur am Österreichischen Institut für tiergestützte Therapie und Forschung verfügbar), die besonders gute Erfolge auf dem Sektor der Verbesserung der Sozialkompetenz für sich in Anspruch nimmt. Hier ist anzumerken, dass diese Therapie auch bei zahlreichen anderen Störungen erfolgreich eingesetzt wird und per se nicht Autismus-spezifisch ist. Als einzige jedoch bietet sie tatsächliche soziale Interaktion und den damit verbundenen soziotherapeutischen Trainingseffekt

Je nach Schweregrad besonders belastender Symptome wie Autoaggression, explosiver Aggressivität oder Hyperaktivität kommen auch Psychopharmaka zu Einsatz. Eine Medikation dient allerdings lediglich der Eindämmung von Auffälligkeiten. Zum Einsatz kommen je nach Situation moderne Neuroleptika, Stimulantien und Antidepressiva.

Wie kann ich Autismus vorbeugen?

Die Vorbeugung gegen eine Entwicklungsstörung ist nicht möglich. Ansätze im Bereich von Ernährung und Diätetik existieren, haben aber keine präventive Bedeutung.

Wie verläuft Autismus?

Wie sich eine autistische Störung entwickelt, kann man nicht exakt vorhersagen. Generell hängt viel vom Schweregrad der Entwicklungsstörung und möglichen Begleitstörungen ab. Wichtig ist, dass die Störung früh erkannt und die Betroffenen entsprechend behandelt und intensiv gefördert werden. 

Die Symptome der Krankheit sehen in den verschiedenen Altersstufen unterschiedlich aus, in der Kindheit sind sie meist am stärksten ausgeprägt. Im Vorschulalter zeigt sich häufig das volle Spektrum der Störung. Im Schulalter mildert sich häufig die Symptomausprägung. Im Jugendalter und im frühen Erwachsenenalter erreichen etwa die Hälfte der Betroffenen eine deutliche Verhaltensbesserung, während die Störung bei anderen stagniert oder sich die Symptome wieder verstärken.

Einige Patienten können mit ambulanter Hilfe gut in die Familie integriert werden, eine/n normale/n Kindergarten bzw. Schule besuchen, evtl. eine Berufsausbildung absolvieren und relativ viele Dinge im Alltag allein verrichten. Bei anderen Betroffenen wiederum ist die Störung so ausgeprägt und die Selbstverletzungsgefahr so groß, dass die Patienten in einer betreuten Wohnform besser aufgehoben sind als zu Hause und dort auch optimal gefördert werden.

Wann sollte ich einen Arzt bei Autismus aufsuchen?

Auch, wenn Sie sich nicht sicher sind! Sobald ein Kind eines oder mehrere der oben angeführten Entwicklungsstörungen zeigt und dadurch in seiner alterstypischen Entwicklung eingeschränkt ist..

Weitere Informationen:
www.autistenhilfe.at
www.autismus1.de
www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
„Das Handbuch des Autismus“, M.Aarons, T.Gittens, 3. Auflage 2010, Beltz-Verlag








 




 

Zum Thema Kind erlaube ich mir eine zusätzliche Buchempfehlung:
"Kindern helfen ohne Medikamente" (W. A. Schuhmayer, K. Zwiauer; Verlagshaus der Ärzte 2013)