Hier findet sich zur allgemeinen Information ein kurzer Überblick ausgewählter Überlastungsstörungen ohne jeden Anspruch auf inhaltiche und wissenschaftliche Vollständigkeit. Wegen der enormen Komplexität etwa wurden die Autismus-Spektrum-Störung und die Bipolare Erkrankung weggelassen, zu denen es ebenfalls erfreuliche Therapieerfahrungen gibt. 

Aus Sicht der mTGT existieren die streng standardisierten Störungsformen in der Praxis so allerdings nur recht selten, denn es sind zalreiche persönliche Faktoren, die das individuelle Belastungsbild bestimmen. Ebenbso wie auch nur der/die Betroffene selbst der Experte für "sein" Leidensbild ist.

Psychische Überlastungsstörungen sind stets eigenständige Krankheitsbilder - und zwar einzigartig im Sinne des Betroffenen - und halten sich selten an alle Details der Lehrbuchmeinung. Keine Depression ist wie die andere ... Daher scheinen individuelle therapeutische Zugänge so überaus wichtig.

Die mTGT stellt solch einen hoch individualisierten und patientenorientierten - gleichsam maßgeschneiderten - therapeutischen Zugang dar. Das ist auch eine ihrer wesentlichen  Stärken, die sie wesentlich effizienter sein läßt als die alles gleichmachende Krankenkassenmedizin.   

Weitere Störungsbilder finden sich unter "Kinder".


Angststörungen

Grundsätzlich ist Angst in ein überlebenswichtiges Gefühl, das in Zusammenhang mit objektivierbaren Bedrohungen oder Gefahren auftritt. In diesem Sinn ist Angst ein wichtiger Faktor, der unser Leben schützt.

Von Angststörungen spricht man, wenn Ängste ohne nachvollziehbare Bedrohung und in einem belastenden, quälenden Ausmaß auftreten.

Frauen sind häufiger als Männer von Phobien betroffen. 75 - 90% der Patienten mit Tierphobien und 55 - 70% der Patienten mit Phobien vor Blut oder Verletzungen sind weiblich. Rund 13% der Bevölkerung sind von sozialer Phobie, etwa 5% von einer Agoraphobie (Platzangst) und ca. 9% von der spezifischen Phobie betroffen, die oft bereits in der Kindheit beginnen. Soziale Phobien treten häufig in der frühen Jugend, bei Eintritt der Pubertät auf.


Beschreibung:

Angststörungen zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Österreich. Das Krankheitsbild ist durch Auftreten von Angstreaktionen bei gleichzeitigem Fehlen akuter Gefahren und Bedrohungen gekennzeichnet. Je nach Art der vorherrschenden Angst werden verschiedene Formen der Angststörung unterschieden.

Die drei wichtigsten Formen sind:
  • Panikstörung
  • Generalisierte Angststörung (ausgewähltes Fallbeispiel unten folgend)
  • Störungen wie die Agoraphobie mit und ohne Panikstörung, soziale Phobie und die spezifische Phobie (Fallbeispiel 2 - unten)
  • Daneben gibt es noch die Zwangserkrankung, bei der Ängste in Form von Zwangshandlungen wie etwa Waschzwang oder Ordnungszwang verarbeitet und so abgeleitet werden oder in Form von Zwangsgedanken, die das Angstpotential anheben.

Bei der Panikstörung treten schwere Angstattacken plötzlich und unerwartet auf. So intensiv, dass man sich von der Angst überwältigt fühlt. Typisch sind körperliche Symptome wie Beklemmungs- und Erstickungsgefühlen, Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Taubheit und Kribbelgefühlen bis hin zur Furcht, die Kontrolle zu verlieren, oder zu sterben. Die Dauer liegt typischer Weise zwischen wenigen Minuten mit einem crescendoartigem Anstieg und reativ raschen Abklingen (wenn der Rettungsarzt da ist) und einigen Stunden.

Die generalisierte Angststörung entwickelt sich meist langsam. Sie besteht in wiederkehrenden oft monatelang dauernden allgemeinen Angstbeschwerden, Sorgen oder negativen Erwartungen. Diese beziehen sich auf alle Dinge des täglichen Lebens und betreffen mehrere Lebensbereiche. Daher der Ausdruck „generalisiert".

Phobien sind ausgeprägte Ängste, die durch bestimmte Situationen, Objekte oder Aktivitäten ausgelöst werden. Danach entwickelt sich eine zunehmende Vermeidung der auslösenden Situation. Daher bleibt die Erkrankung oft jahrelang unentdeckt.

Je nach auslösender Situation unterscheidet man verschiedene Formen:
  • Agoraphobie ("Platzangst") – gegenüber Menschenmassen oder engen Räumen
  • Soziale Phobie – gegenüber Begegnungen mit anderen Menschen
  • Spezifische Phobien – häufig Tierphobien, aber auch Blut-, Infektions- oder andere
  • Angst-Zwangs-Erkrankung – hier werden Zwänge gleichsam als eine Art „Eigentherapie“ benutzt, um den Angstdruck zu mindern.


Wie entstehen Angststörungen?

Über die Ursachen von Angststörungen weiß man nicht Bescheid. Zur ihrer Entstehung von gibt es verschiedene Theorien, die im Wesentlichen von einer aus erblichen, neurobiologischen und psychologischen ausgehen. Nicht immer ist dabei eine scharfe Trennung von Ursachen und Auslösern möglich. Grundsätzlich könnte es so sein, dass es eine Art „Veranlagung“ mit damit verbundenen Ungleichgewichten im Zusammenspiel der Signalstoffe im Gehirn gibt, die erst durch bestimmte Auslöser zu einer Krankheit wird.

Genetische Faktoren

Sie könnten für die Entstehung von Angststörungen bedeutsam zu sein, allerdings wurde kein spezielles „verantwortliches Gen“ identifiziert. Verwandte von Patienten leiden jedoch häufig ebenfalls an Angststörungen. Daher scheint der Schluss auf eine genetische Veranlagung zulässig. Besser verständlich sind in diesem Zusammenang die Erklärungsangebote der Epigenetik. Viel wahrscheinlicher als ein spezifisches "Angstgen" sind epigenetische Dispositionen aufgrund von gemachten Erfahrungen oder Prägungen.  

Neurobiologische Faktoren

Die biologischen und chemischen Vorgänge in unserem Körper spielen beim Ursprung von Angstattacken wahrscheinlich eine sehr wichtige Rolle. Verschiedene Zentren des Gehirns regeln oder kontrollieren gemeinsam Aufmerksamkeit und Angst. Man glaubt, wenn das Gleichgewicht von Botenstoffen (Neurotransmittern) wie etwa Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Noradrenalin und Serotonin im Gehirn gestört ist, kann das Angststörungen begünstigen. GABA ist der bedeutendste hemmende Neurotransmitter im zentralen Nervensystem und kann sowohl angstfördernde als auch angsthemmende Effekte vermitteln. Die Rolle von Serotonin im Ursprung von Angst wird insbesondere durch die Wirksamkeit von Medikamenten gestützt, die den Serotonin-Stoffwechsel beeinflussen. Weiters werden im Körper bei Angstattacken so genannte vegetative Reaktionen (Schwitzen, Herzrasen etc.) ausgelöst, die in einem Zusammenhang mit der Ausschüttung von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin stehen. Die Zahl der zugehörigen Publikationen ist nahezu endlos und weist uf immer mehr und komplexere Details in der Vernetzung unterschiedlicher Botenstoffe des Gehirns hin. 

Psychische Faktoren

Sie können ebenfalls an der Entwicklung einer Angststörung beteiligt sein. Eine generalisierte Angststörung tritt bevorzugt während langanhaltender, stressreicher psychosozialen Belastungen auf, die keinen sofortigen Ausweg erkennen lassen. Darüber hinaus können traumatische Kindheitserlebnisse mitbeteiligt sein. Über den Umweg der vorgeburtlichen Prägung auch derartige Erfahrungen der Mutter während der Schwangerschaft. 

Erlebnsifaktoren - Traumata

Viele Menschen, die heute um das 70. Lebensjahr alt sind, tragen Angststörungen mit sich, die auf Erlebnisse aus dem Weltkrieg zurückgehen. Das Donnern der Bombenangriffe und das Verstecken im Lutschutzkeller führen zu Angst vor Gewittern oder Tunnels. Diese Art Angst steht in engem Zusammenhang mit einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Wie erkennt man Angststörungen?

Es mag überraschen, aber das subjektive Erleben von Angst steht oft nicht im Vordergrund. Stattdessen treten körperlichen Symptomen wie Schwindel, Herzrasen oder Bauchschmerzen auf. Nicht selten erleben Betroffene massive Herzbeschwerden – etwa im Sinne von Herzrasen - und alarmieren die Rettung.

An dieser Stelle die Bescheibung eines Falles aus meiner privaten Umgebung. Ein Mann bit Geburtsjahr 1939 - also ein Kind, das Bombenangriffe und die Flucht in den Luftschutzkeller unzählige Male erlebt hatte, litt nächtens unter unerklärlicher "Cardio-Phobie", einem Gefühl als hinge sein Herz an einem seidenen Faden, der zu Reissend drohte.  Weiters belastete ihn Donnergrollen und Fahrten durch Tunnels - letztere untrügliche Hinweise auf die Kriegserfahrung in der Kindheit.  

Nicht zu unterschätzen ist in den Perioden, die frei von eigentlichen Angstattacken sind, die so genannten „Angst vor der Angst“. Ein weitgehend erlerntes Verhalten, das in eigentlich symptomfreien Intervallen auftritt aber die Lebensqualität sehr beeinträchtigen kann.

Leicht zu erkennen ist die Panikattacke, die plötzlich und unerwartet auftritt und mit einer ausgeprägten und hoch dramatischen körperlichen Symptomatik (Herzrasen etc.) verbunden ist.

Angst gleichsam als ständiger „Lebensbegleiter“ tritt bei der generalisierten Angststörung auf. Typisch ist eine Grundhaltung, die in allen Situationen das schlimmst Mögliche annimmt, und von konkreten Situationen entkoppelt ist. So gut wie alles wird als bedrohlich interpretiert. Auch hier können körperliche Symptome wie Nervosität, Zittern, Schwitzen und Benommenheit auftreten

Wie erfolgt die Diagnose der Angststörungen?

Da Angst ein völlig lebensnormales Phänomen ist, wird zunächst in einem Gespräch abgeklärt, ob tatsächlich eine krankhafte Angst vorliegt. Der nächste Schritt betrifft die Frage, ob eine primäre Angststörung an sich vorliegt oder ob es sich um ein Begleit-Symptom einer anderen psychischen Erkrankung (z.B. Depression, Schizophrenie) handelt.

Aufgrund der körperlichen Symptome müssen organische Erkrankungen ausgeschlossen werden wie etwa Herz- oder Schilddrüsen-Erkrankungen.

Für die Detail-Diagnostik der Angststörung gibt es verschiedene Tests wie etwa  die „Hamilton-Angstskala" (HAMA), mit der am AIAATR gearbeitet wird. Sie hilft, die Ausprägung der Angststörungen zu beurteilen.

Was tun bei Angststörungen?

Grundsätzlich ist beim Verdacht auf diese Erkrankung ein Facharzt für Psychiatrie oder eine entsprechende Klinik aufzusuchen. Das Behandlungskonzept hat verschieden Zugänge. Die Basis stellt die Gabe entsprechender Medikamente dar. Die verordnete Hauptgruppe hierbei sind die so genannten Anti-Depressiva, die je nach Symptomlage durch andere Medikamente ergänzt werden können.

Die zweite Säule ist im Anschluss an die Medikation die nicht-medikamentöse Therapie. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten wie Psychotherapie, Verhaltenstherapie oder Entspannungstechniken zur Verfügung – um nur einige Beispiele zu nennen. Auch die mTGT kann einen günstigen Einfluss nehmen, da sie Elemente einzelner isolierter Verfahren verbindet und so keiner Ausschließlichkeit unterliegt.

Die bisherigten Therapieerfahrungen sind hier - wie auch bei der Depression -  sehr positiv.

Grundsätzlich bedarf es immer beider Behandlungszugänge, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen, wobei die Medikation als Basis zur Bewältigung der akut belastenden Symptomatik darstellt, während die nicht-pharmakologische Therapie auf eine positive Änderung des Verhaltens abzielt.

Es empfiehlt sich, den Kontakt mit Selbsthilfegruppen zu suchen.


Wie verlaufen Angststörungen?

Phobien - beginnen häufig schon in der Kindheit, treten plötzlich auf und können mit zunehmendem Alter verschwinden. Soziale Phobien etwa entwickeln sich langsam und ohne eindeutige, auslösende Faktoren. Sie verlaufen ohne Therapie chronisch.

Panikstörungen treten in Form von Panikattacken sehr plötzlich auf. Sie können vereinzelt im Rahmen von Belastungen oder Lebensveränderungen oder chronifiziert auftreten. Bei häufigen Attacken ist die soziale Integrität des Patienten zunehmend gestört und es kommt zum sozialen Rückzug. Häufig treten zusätzlich depressive Störungen, Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch auf.

Generalisierte Angststörung – die Entwicklung erfolgt in der Regel langsam bei zunehmender Heftigkeit. Aber auch schwankende Verläufe werden gesehen. Ohne Behandlung ist eine Heilung selten. 80 bis 90% der Patienten entwickeln in der Folge eine zusätzliche Panikstörungen, eine Agoraphobie, eine soziale Phobie oder ein depressives Zustandsbild.

Als Sonderform einer Störung mit ausgeprägter Angst im Hintergrund ist und bei unserer Arbeit die "emotionale Durchbruchstörung" begegnet.


Wann sollte man Hilfe beanspruchen?


Angststörungen sind eie Erkrankungsspektrum, die immer einer ärztlichen Betreuung inkl. einer nicht-medikamentösen Therapie bedarf. Die mTGT hat sich als hoch effizient erwiesen.



Burnout


Einer der Österreichischen Walzerkönige - Josef Lanner (1801-1843, "Vater des Wiener Walzers")- war ein berühmtes Burnout-Opfer. Ein völlig "multitaskender" Workaholic, der zig Engagements als Musiker gleichzeitig bediente.

Bereits mit 17 gründete er sein erstes Trio, das bald zum Walzerorchester angewachsen war. Er hinterließ - was vielen unbekannt ist - !hunderte! Kompositionen. Manche Kenner der biedermeierlichen Kammermusik schätzen ihn sogar höher als die Strauß-Dynastie. Er verstarb - völlig ausgebrannt - bereits im Alter von 42 Jahren.... 


Burnout ist heute ein ganz wichtiges Störungsbild geworden. Seitens der Systematik präferieren wir das "innovative Österreich-Konzept" von Prim. Univ. Prof. Michael Musalek und dürfen an dieser Stelle auch sein Buch empfehlen.

Auch beim Burnout konnte die mTGT bereits relevante Effizienz zeigen.

Bei den "zeitgeistigen" Behandlungsangeboten und -konzepten fällt auf, dass der Begriff "Coaching" oder gar "Medical Coaching" besonders gerne werbewirksam in den Mund genommen wird.

Hier muss man die Betroffene bitten - vor allem Menschen in Führungspositionen - kurz kritisch innezuhalten und zu überlegen, ob sie etwa einen Marketingkonsulenten akzeptieren würden, der Marketing nur aus Büchern, Berichten, Erzählungen und Filmen kennt?

Vermutlich nicht! - Dennoch bietet eine erhebliche Zahl von Ärzten und Therapeuten, die selbst nicht einen Tag - geschweige denn einen Karriereabschnitt - in einer wirtschaftlichen Führungsposition oder überhaupt in einem Privatwirtschaftlichen Betrieb verbracht haben, medical Coaching für Führungskräfte an. Ihre Expertise beruht auf Theorien, Beobachtungen und bezugnehmenden Schlüssen. Eine definitiv seltsame Entwicklung, die aber nicht weiuter kommentiert werden soll.

Daher an dieser Stelle ein besonderer Kompetenzhinweis auf den Vorstand des AIAATR - Dr. Schuhmayer - in Sachen gelebter Wirtschaftserfahrung:
  • Ursprungsberuf Wirtschaftsjournalist/Markenartikelindustrie
  • nach der Tätigkeit in der Allgemeinmedizin 10 Jahre Manager in der Pharmaindustrie - zuletzt als Marketingmanager & in internationalen Task Forces
  • Verlagsleiter Österreich einer führenden medizinischen Wochenzeitung
  • nahezu 20 Jahre Privatunternehmer als Consulent für Kommunikationsfragen im Gesundheitsbereich
  • Ausbildung als WIFI-zertifizierter "Personal Coach im tierassistierten Setting" 
  • SO geht Wirtschaftskompetenz!

Dazu kommt die persönliche Erfahrung einer Burnoutsituation vor rund 20 Jahren, die definitiv mehr bringt als die schönsten Symptomkataloge, denn es ist immer NUR der Betroffene tatsächlicher Experte für eine bestimmtes Störungsbild und nicht die BehandlerInnen - Es sei denn, sie teilen mit dem akut Betroffenen die persönliche Erfahrung der jeweiligen Störung. 

Was aber ist Burnout nun wirklich?

Es gab zu diesem Thema Ende 2013 in Wien eine sehr gute Weiterbildungs-Veranstaltung, die versucht hat, die Situation bestmöglich zu beleuchten. Die nachfolgenden Ausführungen stellen eine kleine Auswahl der dort getroffenen Aussagen dar.

Die wichtigste Voraussetzung ist die Beziehung des Störungsbildes zu extremer Arbeitsbelastung. Darunter sind etwa langzeitige Wochenbelastungen von 60-80 Arbeitsstunden und auch mehr zu sehen. Das sind Belastungsdimensionen wie sie im Management oder im Unternehmerdasein keine Seltenheit darstellen. Mittlerweile sind aber etwa auch jene betroffen, die wegen der Entlassung anderer Mitarbeiter noch deren Arbeit übernehmen müssen und letzlich gar keine Chance mehr haben, ihr Pensum zeitlich und qualitativ ausbalanciert abzuwickeln. Die Zeit als das Burnout eine "Managerkrankheit" war, ist definitiv vorbei!

Der internationale Symptomkatalog ICD-10 stellt unter dem Code  Z 73.0 einen Zustand des "Ausgebranntseins" im Sinne totaler Erschöpfung dar. Die Z-Diagnosen repräsentieren nicht bestimmte Krankheitsbilder, sondern krankmachende Umstände, die zur Inanspruchnahme des Gesundheitssystems führen.

Zur Erschöpfung kommen noch andere Faktoren hinzu. Besipielsweise das Gefühl, "nichts zu leisten", geistig völlig ausgepumpt zu sein oder eine total negative Bewertung der eigenen Arbeitsleistung. Das führt zu einer Art Entfremdung gegenüber der eigenen Arbeit, den MitarbeiterInnen und sogar sich persönlich gegenüber, bis letztlich auch die objektivierbare Arbeitsleistung tatsächlich abnimmt.

Daraus ergibt sich letztlich eine "Burnout-Trias", bestehend aus Erschöpfung, Entfremdung und Leistungssverfall.

Die weitere Beurteilung ist vielfach eine Frage des individuellen Blickwinkels, der auf den Menschen also das Individuum, den Arbeitsprozess, die Krankheit oder die Gesellschaft fokussiern kann.

C. Maslach (Graz) beschreib 2011 folgendes Hintergrundbild:
  • Arbeitsüberlastung (Belastung übersteigt zur Verfügung stehende Ressourcen)
  • Kontrollverlust mit Desorganisation
  • Ungenügende Anerkennung der Leistung wie Mangel an Lob oder positiven Rückmeldungen
  • Zusammenbruch des Gemeinschaftsgefühls
  • Fehlen von Faireness
  • Wertkonflikte zwischen Arbeitsplatz und Privatsphäre

Beleuchtet man nun der Burnout-Entstehungsprozess etwas näher, findet sich bei den Betroffenen am Beginn häufig ein geradezu zwanghafter Hang zum Perfektionismus oer zur Mehrleistungsgenerierung  Der extreme persönliche Einsatz steht dabei vielfach für eine Überkompensation tatsächlicher oder vermeintlicher Defizite. Die eigenen Bedürfnisse werden aus den Augen verloren und vernachlässigt. Gleiches gilt aber auch für Konflikte, die ebenfalls verdrängt werden. Probleme werden verleugnet und Werte umgedeutet.

In den fortgeschrittenen Stadien resultiert aus der skizzierten Entwicklung (nach Freudenberger/North 1992) zunehmend ein sozialer Rückzug mit Isolation, Abschottung und Verhaltensänderung. Das eigene Selbst wird nicht mehr wahrgenommen und sogar verneint. Die zunehmende innere Leere führt zur Suche nach Ersatzbefreidigung, sogar Sucht und Depressionen entstehen häufig, ehe der Zusammenbruch in totaler Erschöpfung folgt.

M. Musalek hat diese relativ alte Einteilung 2013 in einer recht praxisnahen Form modifiziert = "Normale" Arbeit + Stadien I-III - empfehlenswert das zugehörige Buch von Musalek et al.

Burnout-Stadium I

  • Überlastung und unerkannte Überforderung
  • Kompensationsversuche
  • Fehlende Freizeitaktivitäten
  • Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Vernachlässigung von Beziehungen
  • Spannungszustände mit erhöhter Reizbarkeit
  • (Ein)Schlafstörungen
  • Appetenzstörungen (Essen, Sexualität u.ä.)


Burnout-Stadium II

  • Bewusste Überlastung & Überforderung
  • "Vegetative Dystonie" im Sinne eines gesteigerten Sympathikotonus
  • Weitere Vernachlässigung der Freizeit 
  • Totale Zentrierung auf Arbeit
  • Fortschreitende soziale Isolierung
  • Erhöhte Gereiztheit bis hin zu paranoiden Reaktionen
  • Innere Unruhe und Ängste (v.a. bei Abwesenheit von Arbeit)
  • Ein/Durchschlafstörungen
  • Unspezifische "psychosomatische" Beschwerden
  • Somatoforme Störungen/Dystonie


Burnout-Stadium III

  • Völlige Erschöpfuing mit Abfall des Sympathikotonus
  • Objektivierbare Arbeitsunfähigkeit
  • Sozialer Rückzug bis zur Soziophobie
  • Dysphorie - Depression - Paranoide Ideen
  • Chronische Schmerzsyndrome
  • Verkürzter/Verlängerter Schlaf (Aufwachstörungen)
  • Manifeste körperliche Erkrankung
  • Generalisiertes "Losigkeits-Syndrom"
  • Aussichtslosigkeit / Lebensüberdruss!


Die Konsequenzen ergeben sich analog.

  • Stadium I => Beratung & Prävention
  • Stadium II => Beratung & erste Behandlungsschritte
  • Stadium III => Behandlung, Rehabilitation, Pensionierung

Es ist naheliegend, dass Burnout zu allen Lebensbereichen in Beziehung steht:  Seele, Körper, kognitive Wahrnehmung sowie Sozialverhalten. Entsprechend vielfältig sind Behandlungsbedarf und -ansatz: medizinische Abklärung, nicht-medikamentöse Therapie, Coaching (Ziele, Strategien, Maßnahmen), Lebensstil (Bewegung, Ernährung, Regeneration), körperorientierte Methoden, Entspannungstechniken, Paarberatung bis hin zur Fachberatung für Finanzen oder Recht.

Als entscheidende Trias wird dabei die Kombinaton Medizin - Therapie - Coaching betrachtet.

Die wesentlichen Ziele sind:  

  • Verminderung des Symptomatik und deren Auswirkungen
  • Setzen konkret notwendiger Maßnahmen: Entlastung, Konfliktmanagement, Arbeitsorganisation etc.
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Schulung zu salutogenetischer Lebenshaltung:  Prioritäten, Ressourcen, Ernährung, Bewegung, Genuß

Wesentlich ist auch das gleichzeitige Auftreten anderer Störungen (Co-Morbidität), denn in 53% der schweren Burnout-Fälle manifestiert sich eine Depression, bei mildem Burnout immerhin in 20%. Ähnliches gilt auch für das Auftreten von Suchterkrankungen wie Alkohol- oder Spielsucht.

Nun zu dem, was die mTGT in diesem Umfeld zu bieten hat

  • Die naturnahe Arbeit lehrt besser und eindrucksvoller als jede andere Methode die Nähe zur Natur, den Respekt vor den Ressourcen sowie den nachhaltigen Umgang damit. Wer die Grundprinzipien verstanden hat, die die Natur uns lehrt, kann sehr rasch zu einer "bewussteren" Lebensform zurückkehren.
  • Die mTGT als soziokognitive Begegnungsarbeit lehrt auch eindrucksvoll den Umgang mit Konflikten, den wesentlichen Unterschied zwischen Aggression und Gewalt, die notwendige Identifizierung und Wahrung der eigenen Interessen
  • Die Arbeit mit Tieren und nicht zuletzt deren Beobachtung demonstriert etwa die völlige Unsinnigkeit der täglich gelebten "Dauerbeschleunigung"   
  • Tiere als "Spiegel der eigenen Seele und Persönlichkeit" erzwingen geradezu den erneuerten Umgang mit den eigenen Strukturen und tragen so nachhaltig und vor allem rasch zu positiven Schritten in der Persönlichkeitsentwicklung bei
  • Die "Renaturierung" des Menschen in der mTGT führt nicht zuletzt zu einer wesentlich gesteigerten Genußfähigkeit im Sinne des Nützens von Genußerlebnissen als Kraftquelle, denn die Schönheit eines Wintertages, die Mystik des Nebels über der Landschaft, das Geheimnis der ersten Triebe, die Pracht der Blüten und der Duft frisch geschnittenen Heus werden neu gesehen, empfunden und so nutzbringend einzusetzen erlernt.
  • Die mTGT kommt daher in den Stadien I+II mit Sicherheit noch ohne zusätzliche pharmakochemische Krücke aus und stellt selbst in Stadium III noch extrem wertvolle Möglichkeiten zur Verfügung.
  • Am AIAATR vereinen sich vor dem Hintergrund des zitierten Behandlungsmodells die Kompetenzen aus Medizin, mTGT und Coaching zusätzlich mit dem Wissen um die Situation der Betroffenen aufgrund eigener Burnout-Erfahrungen


Depression - depressive Verstimmung

Zu diesem Thema gibt es unzählige Veröffentlichungen im Internet. Daher nur kurz die wichtigsten Charakteristika und die Kernleistungen der mTGT bei dieser extrem häufigen Störung.

Gelegentliche Stimmungsschwankungen oder Abgeschlagenheit im Alltag gehören zum Leben wie schlechtes Wetter. Sie bedeuten noch nicht, dass man an einer Depression erkrankt ist. Die Grenzen zwischen normalen Gemütschwankungen, depressiver Verstimmung und einer manifesten Depression sind oft fließend, unterscheiden sich vor allem jedoch durch Intensität und Dauer. 

Es sei hier goeich zu Beginn angemerkt, dass eine Depression keineswegs weder mit Traurigkiet verbunden sein MUSS noch mit anderen Kriterien, wie sie wissenschaftliche Eintellungen anführen. Man kennt den nicht wissenschaftlichen Begriff der "larvierten" (lat. larva=Maske) Depression, die sich hinter Schmerzzuständen verbergen kann  oder etwa insbesondere die Alterdepression des Mannes, die vordergründig als überreizte Griesgrämigkeit - alter Mann schießt mit Luftdruckgewehr auf lärmende Kinder - in Erscheinung tritt.

Das Problem liegt häufig in der so genannten "Krankheitseinsicht". Damit ist gemeint, dass man sich selbst eingesteht, krank zu sein und daher professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Das stellt in der Versorgung immer wieder eine erhebliche Hürde dar. Und noch etwas kann eine Rolle spielen - psychische Störungen werden oft als negative Stigmatisierung betrachtet und daher einfach so lange wie irgend möglich verschwiegen. Ein besonders tragisches Beispiel dafür hat kürzlich zu einem Flugzeugasbsturz geführt. Aber natürlich gilt bei Depression, was für jedes andere Leiden auch gilt: je länger man wartet, desto schlimmer wird sie.

Bei sehr frühen Stadien müssen nicht immer unbedingt sofort Medikamente genommen werden. Die Unterscheidung wie "schwer" eine psychische Störung ausgeprägt ist, wird mittels international standardisierten Tests evaluiert. Die geben in der Folge ebenso Auskunft über den positiven Therapiefortschritt und stellen ein wichtiges Mittel der Therapieverlaufskontrolle dar. Weiters spielen Umfeldfaktoren eine große Rolle. Depression und funktionieren Beziehung erleichtert - Depression und Einsamkeit erschwert die Situation.

Keinesfalls sollte man von der irrigen Annahme ausgehen, dass Tabletten - wenn man sie nur lange genug schluckt - zu einer Heilung führen.  Die Erklärung dazu ist sehr einfach. Man geht heute davon aus, dass hinter der Depression (wie auch hinter den meisten anderen psychischen Störungen) eine Gleichgewichtsstörung der Gehirnbotenstoffe steckt. Die Leitsubstanzen bei der Depression sind - neben einigen anderen Botenstoffen - Serotonin und Noradrenalin. Besteht an diesen Substanzen ein Mangel, kann sich eine Depression ausbilden, sagt die gültige Lehre. Behandelt dann oft sehr erfolgreich das Organ Gehirn und unterschlägt tunlichts, dass die Psyche natürlich kein Organ ist. 

Dieser Ansatz berücksichtigt also lediglich die Gehirnstoffwechselstörungshypothese - ja es ist tatsächliche eine Hypothese, mehr nicht - der Depression. Im Hintergrund vermutet man eine besondere Bereitschaft / Vulnerabilität, eine solkche Depression zu entwickeln, in der genetische und vor allem epigenetische Faktoren sehr wahrscheinlich mitbeteiligt sind. Hinzu kommen akute oder chronische Auslöser - also Situationen, Verhaltensweisen oder Umstände, die diese Stoffwechselstörung im Gehirn negativ beeinflussen und so erst eine merkbare  Krankheit entstehen lassen.

Allen psychischen Störungen ist hinsichtlich der professionellen Behandlung gemeinsam, dass ein so genannter "multimodaler" Zugang erfolgen sollte. Damit ist vereinfacht gemeint, Tabletten alleine sind zu wenig, es müssen zusätzlich weitere nicht-pharmakologische Therapiemaßnahmen getroffen werden. 

Warum? Nun - die Tabletten ändern nichts an der Auslösersituation. Sie sind eine Art durchaus wichtiger chemischer Krücke, die über die Akutsituation hinweg hilft, indem sie die aktuelle Stoffwechselstörung ausgleicht und damit die belastenden Symptome lindert. Wie bei allen Stoffwechselstörungen bedeutet das aber letztlich im Umkehrschluss, dass die Symptome wieder da sind, wenn man die Tabletten absetzt. Wir kennen das von zahlreichen anderen Stoffwechselstörungen wie etwa dem Diabetes, bei dem das Absetzen von Insulin zu akuten Symptomen führt.

Oder wer würde Schmerzen nur mit Schmerztabletten behandeln, ohne deren Ursache zu suchen und zu beheben?

Daher wählt man zusätzlich zur Tablettengabe Maßnahmen aus dem nicht-pharmakologischen Bereich wie etwa Gesprächstherapie oder mTGT (medizinisch orientierte tiergestützte Therapie), um über entsprechende Verhaltensänderungen den Gehirnstoffwechsel so stark positiv zu beeinflussen, dass eines Tages keine Tabletten mehr notwendig sind.   

Es steht heute etwa außer Zweifel, dass eine !gute! (nicht jede) Psychotherapie bei leichtern und mittleren Depressionen ebenso effizient ist wie Medikamente. Mittlerweile darf man diesen Satz auch in Österreich laut in den Mund nehmen. Die mTGT möchte dies ebenfalls belegen. Und zwar mit deutlich rascherem Wirkungseintritt als Gesprächstherapie. Aber sie befindet sich in ihrer wissenschaftlichen Entwicklung eben in etwa dort, wo sich die Psychotherapie in Österreich vielleicht vor rund 25 Jahren befunden hat und Mittel für große Studien hat nur die Pharmaindustrie . . . 

Wie erkennt man eine Depression?

Mimik und Gestik spielen eine gewisse Rolle: verlangsamte kraftlose und unmotivierte Bewegungen; hängende Schultern, nach vorne gebeugte Körperhaltung und Gang; langsame, eintönige Sprache, leise Stimme; ernste erstarrte Mimik; verminderte Rektion auf Gefühlsregungen

Die offiziellen Hauptsymptome einer Depression sind:

  • 1. depressive Stimmung
  • 2. Interessenverlust, oder Verlust der Freude an Aktivitäten
  • 3. verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit


Zu den "klassichen Nebensymptomen" gehören

  • 1. Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühles
  • 2. unbegründete unangemessene Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit
  • 3. wiederkehrende Gedanken an den Tod, Selbstmordgedanken
  • 4. Schwierigkeiten beim Denken und der Konzentration
  • 5. erhöhte Reizbarkeit
  • 6. Schlafstörungen
  • 7. Appetitverlust oder gesteigerter Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel


Treffen von den oben genannten Hauptsymptome mindestens 2 und 2 weitere Nebensymptome zu, so ist es höchste Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Vielfach richtet sich die Depression aber nicht nach den wissenschaftlichen Katechismen. So können auch Rücken oder Bauchschmerzen EINZIGES Symptom einer Depression sein. Das macht die Diagnose in vielen Fällen nicht gerade einfach und führt zu oft jahrelangen Fehlbehandlungen. Die Dunkelziffer jener, die jahrelang - oft unkontrolliert - Schmerzmittel nehmen, ist völlig unbekannt. Die Tatsache, dass chronische Schmerzen ein klares Depressionssysmptom darstellen können, in der Bevölkerung völlig unbekannt. 

Bei Männern steht oft besonders hohe Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft im Vordergrund anstatt der Betrübtheit, die man bei Frauen fast immer findet. Ähnliches gilt auch für die Depression im Alter.

Oft sind Depressionen von Alkoholmissbrauch begleitet. Alkohol ist die einzige Substanz, die sowohl die Qualitäten eines Anti-Depressivums als auch jene eines Tranquilizers aufweist. Alkoholmissbrauch ist daher nicht nur ein Versuch, die eigenen Probleme "wegzutrinken", sondern unbewusst auch ein unkontrollierter pharmakologischer Therapieversuch. Allerdings ein extrem gefährlicher, der in die Sucht mündet. Umgekehrt kann auch Alkoholmissbrauch selbst depressive Symptome erzeugen.

Ebenso kann Übergewicht - insbesondere Formen mit hohem Konsum von Schokolade - auf eine Depression hinweisen. Ein Versuch, über das Serotonin in der Schokolade die eigene Befindlichkeit zu heben.

Diese Details sind nicht angeführt, um zu verwirren, sondern um zu zeigen, dass das "Gesicht der Depression" sehr vielfältig sein kann und sich nicht immer an die wohlmeinenden Listen der Lehrbücher hält. 

Was vermag nun die mTGT bei Depressionen?

Bei nachgewiesen sehr leichten Verlaufsformen ist sie mit Sicherheit in der Lage, ohne zusätzliche Tabletteneinnahme Linderung zu verschaffen. Grundsätzlich stellt sie aber eine sehr effiziente Behandlungsmaßnahme der erforderlichen nicht-pharmakologischen Therapieachse dar.

Die mTGT kann als soziokognitive Begegnungstherapie beschrieben werden, in der über Beziehungsarbeit die eigenen Verhaltensweisen neu strukturiert werden. Das Tier stellt dabei eine Art sozialen Sparringparnter dar, der einerseits auf das Verhalten des jeweiligen Menschen reagiert, andererseits aber auch dessen Befindlichkeit widerspiegelt. Man nennt dieses Phänomen Spiegelung. Damit kommt es während der Therapie zu einer Verhaltenskontrolle in Echtzeit, die eine enorm rasche Lernentwicklung ermöglicht. Die Arbeit mit dem Tier zeigt unmittelbar, wo der Betroffene steht und welche Verhaltensweisen zielführend sind oder eben auch nicht.

Diese Unmittelbarkeit der tierischen Partnerreaktion sowie der damit verbundenen Lernprozess dürfte auch die Ursache dafür sein, dass die mTGT relativ kurz benötigt, um nachvollziehbare Erfolge wirksam werden zu lassen.

Unter nachvollziehbar ist dabei gemeint, dass sie nicht auf allgemeinem Aussagen beruhen dürfen, sondern über die bereits erwähnten internationalen Bewertungssysteme messbar und damit nachvollziehbar sein müssen. Ein solches "Scoring-Instrument" wäre - neben anderen - etwa der HAMD (Hamilton Depression Score).     

Daneben beinhaltet die mTGT eine erhebliche Zahl an anderen förderlichen Therapieelementen, die je nach der Tagessituation der Betroffenen zum Einsatz kommen. Dieser hoch individualisierte, gleichsam maßgeschneiderte Behandlungsweg orientiert sich also nicht an "Behandlungsschulen", sondern ausschließlich am jeweiligen Menschen. Das macht die Arbeit für den Therapeuten übrigens nicht eben leichter, da sie mit der ständigen hoch konzentrierten Beobachtung der Betroffenen verbunden ist. Wichtige Hilfe bietet dabei allerdings das Tier, dessen Spiegelung gleichsam einen "Blick in das Innere der menschlichenm Seele" ermöglicht.

Bei Depressionen bis zu einem mittleren Ausbildungsgrad führte bislang die Therapiedauer von nur 12 Wochen immer zum gewünschten Erfolg. Alle bislang behandelten Patienten hatten Psychopharmaka erhalten und die verordnende Ordination sezte diese aufgrund des erfreulichen Behandlgunserfolges ab. In allen Fällen kehrten die Menschen in das ersehnte "nomale" Leben zurück. Detaillierte Evidenz oder nicht - für die Patienten ist die Heilung das entscheidende Kriterium und nicht die Statistik. Das war schon immer so und wird sich nicht verändern.

Dennoch steht außer Zweifel - die Depression ist ein Erkrankungsbild, das unbedingt ärztliche Abklärung und professionelles Therapiemanagement erfordert. Selbst, wenn nur der Verdacht vorliegt, denn frühe Therapie kann das Weglassen von Medikamenten bedeuten, was aufgrund deren vielfältiger Nebenwirkungen einen erheblichen Unterschied macht.


PTBS - Posttraumatische Belastungs-Störung (PTSD - Posttraumatic Stress Disease)

Dieses Erkrankungsbild könnte man geradezu als eine Domäne der mTGT bezeichnen, wenn es erartige Domänen überhaupt gäbe, demn nichts wirkt immer. Sicher ist sie potentiell hoch effizient. Einen besonderen Behandlungs-Schwerpunkt gibt es im Bereich der sexuellen Gewalterfahruing!

Die PTBS hat ihre Ursache in traumatischen Erlerbnissen und kann als "Spätwirkung" solcher Erfahrungen auftreten. Betroffen sein können nicht nur Menschen, die direkt von einem solchen Trauma wie Vergewaltigung, Kriege, Folter, Naturkatastrophen, Verkehrsunfälle, Verlust eines nahe stehenden Menschen u.a. betroffen sind, sondern selbst reine Beobachter dessen wie etwa Unfallzeugen oder Menschen im Rettungseinsatz.

Die Folgen können sehr unscharf strukturiert sein, Elemente einer Depression oder auch eine Angsterkrankung aufweisen oder eine Art Mischform darstellen. Erhebliche Abweichungen im Sozialverhalten bis hin zu einer Borderlinestörung können auftreten, falls eine PTBS nicht behandelt wird. Das Erscheinungsbild ist sehr variabel und vielfältig. Es kann daher nicht mit wenigen Worten skizziert werden. Ebenso die damit verbundenen Störungen im Gehirnstoffwechsel, die über ein Dutzend unterschiedliche Überträgersubstanzen der nervalen Reizleitung umfassen.

In manchen Fällen treten Störungen auf, die primär einer anderen psychischen Erkrankung so ähnlich sind, dass sie die eigentlich zugrunde liegende PTBS maskieren. Gelegentlich ist die Verdrängung des traumatischen Ereignisses so stark, dass dieses primär gar nicht erinnerlich ist. In anderen Fällen wird kein Bezug zwischen dem derzeitigen Zustand und dem vergangenen Ereignis oder den Ereignissen hergestellt.

Patientinnen mit PTBS machen rund 1/3 der Hilfesuchenden in den Facharztordinationen aus.

Der Zugang der mTGT in dieser Situation ist ein sehr behutsamer, da im Wechselspiel von empathischem Gespräch und der Arbeit mit dem Tier häufig erst im Verlauf einiger Wochen - selbst bei intensiver Therapie mit 2 Einheiten pro Woche - die Traumata in ihrer gesamten Tragweite ans Licht treten.

KlientInnen mit dieser Art von Störung benötigen unbedingt (fach)ärztliche Begleitung in Form von Medikation.

Der therapeutische Anteil der mTGT besteht darin, Selbstwertgefühl, Selbstbild, Selbstsicherheit, Abstand zum Geschehen und Annahme als Teil seiner selbst sowie anderes mehr wieder herzustellen. Das wird durch die erlebte Sozialpartnerschaft der Tiere wesentlich erleichtert, da theroretische - also allein im Wort verankerte - Lern- oder Erkenntnisvorgänge sich wesentlich träger entwickeln als bei der Nachhaltigkeit des Erlebten in der Arbeit mit den Tieren. Da PTBS-Betroffene ihr Trauma auch als Makel, Schuld oder behinderungsähnliches Defizit erleben, kommt ihnen die Tatsache, dass Tiere nicht schubladisieren und jeden so sein lassen wie sie/er ist, sehr entgegen. Das vermittelt das Gefühl einer Art neuen Freiheit und Unbeflecktheit.

Nach unseren Erfahrungen erleben die Betroffenen ihre Störung als ein erhebliches Selbstwertdefizit, das sie zunächst mit allen Mitteln "überdecken" wollen. Da das Tier aber einen symbolischen Sozialpartner darstellt, der nicht wertet und schubladisiert, folgt eine allmähliche Öffnung, die anschließend zur Identifizierung der eigenen Situation und allmählichen Steigerung des Selbstwertgefühls genutzt wird.    

Bislang beschränkten sich Erklärungsmodelle zum PTBS und damit auch pharmakologische Behandlungsansätze auf das Gehirn und dessen hochkomplexen Stoffwechselvorgänge.

Neue Studien etwa der Universität Stanford/USA betonen allerdings einen möglichen epigenetischen Zusammenhang über Methylierungsvorgänge im Epigenom. Vereinfacht handelt es sich dabei um Veränderungen in der Genomhülle, die durch verschiedene Ereignisse im positiven wie negativen Sinn beeinflusst werden können.

Nicht zuletzt handelt es sich möglicherweise um Situationen bereits in der frühen Kindheit oder sogar schon während der Schwangerschaft, die entweder "widerstandsfähiger" oder "empfänglicher" für Traumafolgen machen könnten.  Weitere epigenetische Prägungsphasen finden sich zwischen 1.-5. Lebensjahr sowie in der Pubertät. Traumata, die während einer dieser Prägungsphasen auf einen Menschen treffen, richten möglicherweise besonders großen Schaden an.

Man geht sogar davon aus, dass langdauernde Traumata bzw Folgeschäden zu einer adaptiven Veränderung des Genmaterials führen könnten, die dann ggf. sogar vererbbar wären.

Das sind Erkenntnisse, die auch die Interpretation des Erfolges einer mTGT beeinflussen könnten. Es wäre nach dem derzeiteigen Wissensstand durchaus vorstellbar, dass positive Verhaltensänderungen einen Niederschlag in solchen spezifischen Modifikationen der Genomhülle  finden könnten.


Wann sollte man Hilfe beanspruchen?

Die PTBS ist eine Erkrankung, die immer einer ärztlichen Betreuung unter Einbeziehung einer nicht-medikamentösen Therapie bedarf. Die mTGT hat sich als potentiell hoch effizient erwiesen. Am verblüffendsten war dabei ihre hohe Wirkamkeit gegenüber Flashbacks.



Der Formenkreis der Schizophrenie

Hier kann man nicht ins Detail gehen, denn zu unterschiedlich und komplex sind die Ausprägungen im Einzelfall. Das "Konzept Schizophrenie" ist noch dazu in erheblicher Bewegung, was dazu führt, dass es letztlich sehr viele Meinungen dazu gibt, die alle ein wenig unterschiedlich und keineswegs falsch sind.

Einzelne gehen sogar so weit, zu sagen, des gäbe "DIE Schizophrenie" gar nicht. Selbst das könnte stimmen - in gewisser Weise. Daher an dieser Stelle ein eindrucksvoller Fallbericht zum allerersten Schizophreniepatienten.

Aufgrund weiterer nachfolgender Erfahrungen kann allerdings angemerkt werden, dass die Verarbeitung von halluzinatorischen Phänomenen wie "Stimmen hören" oder "dominierende Gedanken" eine Domäne der mTGT zu sein scheinen. Leider kann man dazu nicht einmal eine einigermaßen plausible Hypothese anbieten, nur eben die bisherigen Erfahrungen. Was den Psychopharmaka in den jeweiligen Fällen nicht gelang - nämlich belastende halluzinatorische Phänomenen einzudämmen - war der mTGT möglich, und das auch noch rasch.

Im Herbst 2012 bekamen wir diesen jungen Klienten mit der Erstmanifestation einer schizoaffektiven Psychose. Wegen der mangelnden internationalen Literatur wurde ein sehr präzises Therapieziel gesetzt - die Verbesserung der sozialen Kompetenz und der sozialen Skills bei der Kontaktaufnahme mit anderen Menschen.

Dieses Therapieziel wurde bei einer Gesamttherapiedauer von 12 Einheiten ohne alle Probleme erreicht.

Der besondere Erfolg lag allerdings darin, dass die quälenden Stimmen, die ihn laufend gedemütigt und beschimpft hatten, sowohl hinsichtlich ihrer Frquenz, ihrer Agressivität als auch ihres Belastungspotentials zurücktraten. Durch eine gezielte intermittierende Therapievariante während der Behandlung konnte klar und meßbar nachgewiesen werden, dass dieser Erfolg im Zusammenhang mit der eingesetzten TGT stand. Stimmenproblematiken bei Schizophrenie zurückzudrängen, ist vor allem dann sinnvoll, wenn es sich um aggressive Inhalte handelt, und gelingt dann oft nur mit extrem hohen Antipsychotikedosen, die einen großen Verlust an Lebensqualität darstellen.

Im Sinne des Therapieziels, diesen Betroffenen eine möglichst ausgeglichene Lebensqualität zu verschaffen, die ihnen die Teilnahme am Ausbildungs- oder Arbeitsprozess ermöglicht, ist dieser Erfolg von besonderer Bedeutung und es wäre schön, weitere Fälle dieser Art zu therapieren, um die gewonnen Erkenntnisse zu vertiefen und zu bestätigen.

Der Fall wurde als Poster auf der Jahrestagung 2013 der ÖGPP präsentiert. Die textliche Aufarbeitung erfolgte in "Psychopraxis" (Springer-Verlag) im September 2013.